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Da kommt einiges auf Alfred Gislason, Torhüter Andreas Wolff (l.) und das deutsche Handball-Team zu beim Olympia-Turnier in Tokio.

Schwere Brocken

(sid). Alfred Gislason zeigte sich völlig unbeeindruckt, Bob Hanning frohlockte sogar: Als 114 Tage vor dem Beginn der Mission Gold in Tokio eine schwere Vorrundengruppe für die deutschen Handballer mit einem Auftaktduell gegen Europameister Spanien und einer Höchstschwierigkeit gegen Rekordweltmeister Frankreich feststand, fühlte sich die sportliche Führung zusätzlich angestachelt.

»Ich hatte auf eine so starke Gruppe gehofft«, sagte Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), kurz nach der Auslosung des olympischen Turniers, das am 24. Juli und damit einen Tag nach Eröffnung der Sommerspiele (bis 8. August) beginnt: »Unser Weg zu einer Medaille ist so vielleicht einfacher.«

Die DHB-Auswahl, die gleich am ersten Turniertag ran muss, erwischte bei der Ziehung der Sechsergruppe A auch noch Partien gegen den EM-Dritten Norwegen sowie gegen Brasilien und Argentinien. Die ersten vier Mannschaften schaffen es ins Viertelfinale, die Medaillenspiele steigen am 7. August. In Rio de Janeiro 2016 gewann Deutschland Bronze.

»Unsere Gruppe ist einen Hauch stärker«, sagte Bundestrainer Gislason nun zur Tokio-Auslosung, was im Umkehrschluss bedeuten könnte, dass auf eine ordentliche Vorrundenplatzierung ein vergleichsweise etwas leichteres Duell in der Runde der letzten Acht folgen könnte. In der Gruppe B messen sich der amtierende Olympiasieger und Weltmeister Dänemark, Vizeweltmeister Schweden, Portugal, Japan, Ägypten und Bahrain.

An derartigen Rechenspielen zum möglichen Turnierverlauf beteiligte sich der erfahrene Gislason erwartungsgemäß nicht. Der 61-Jährige nahm allein die feststehenden Aufgaben in den Blick. »Zu Norwegen, Frankreich und Spanien muss man nicht viel sagen - wir haben sehr etablierte Mannschaften als Gegner«, sagte Gislason: »Dass wir Spanien im Auftaktspiel haben, ist fast egal. Wir nehmen es so, wie es kommt, und freuen uns auf die Aufgabe.«

In diesem Jahr, bei der elften Olympia-Teilnahme einer DHB-Mannschaft, ist das erklärte Verbandsziel die Goldmedaille. Hanning hielt zuletzt trotz Kritik an den höchstmöglichen Ambitionen fest. »Natürlich träumen die Spanier, die Norweger, die Franzosen, die Dänen das auch, aber am Ende kann nur einer den Traum leben«, sagte er Mitte März: »Und wir haben uns entschieden, dass wir das diesmal sein wollen.«

Kurz vor Hannings Aussagen hatte die deutsche Mannschaft beim Qualifikationsturnier in Berlin souverän ihr Ticket für Tokio gelöst und nach dem Misserfolg in Ägypten wieder Optimismus verbreitet. Die Weltmeisterschaft im Januar hatte die DHB-Auswahl personell gebeutelt auf einem historisch schlechten zwölften Platz beendet. Die Erwartungen für Tokio sind ganz andere.

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