Formel 1 / Ferrari

Schlimmer geht immer

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(sid). Das Feuer bei Sebastian Vettel loderte auch in Monza - allerdings nur noch an der defekten Bremse seines Ferrari. "I mog nimma", witzelte der Hesse bei seiner Rennbilanz am ORF-Mikrofon. Bei RTL merkte er höhnisch an: "Am Dienstag bin ich im Simulator. Dieses Auto hält wenigstens."

Der einstige "Verteidigungsminister" der Scuderia hat nach seiner Ausbootung zum Jahresende und frustrierenden Rennen in Serie den Schutzschild endgültig fallen lassen, allein der Arbeitsvertrag verbindet Vettel noch mit seinem einstigen Traumrennstall.

Nach einem weiteren Wochenende zum Vergessen mit Platz 17 im Qualifying und einem Bremsdefekt in der sechsten Runde verließ der viermalige Weltmeister noch während des Rennens die Strecke, auf der Alpha-Tauri-Pilot Pierre Gasly für einen Sensationssieg sorgte. Viel war also möglich am Sonntag in Monza, nur eben nicht für das stolze Ferrari-Team in seiner schwächsten Saison seit 40 Jahren. Aus für Vettel, Aus auch für Charles Leclerc nach einem Abflug. "Zum Glück waren keine Tifosi anwesend", spottete "La Repubblica".

Der SF1000 ist eine Fehlkons-truktion. Die beiden Podestplätze in der bisherigen Saison durch Leclerc entsprangen neben fahrerischen Glanzleistungen des Monegassen auch viel Rennglück. Vettel selbst kämpft sich an einem Boliden ab, der nicht nur langsam, sondern auch noch schwer zu bändigen ist. Platz 13 in der Fahrer-WM spiegeln bei Weitem nicht das Leistungsvermögen eines 53-maligen Grand-Prix-Siegers wider, acht Rennen ohne Topfünfplatzierung sind die mit Abstand schlechteste Serie in der 13-jährigen Karriere des Heppenheimers.

"Man denkt dauernd, schlimmer geht es nicht mehr. Aber anscheinend geht es in diesem Jahr immer noch schlimmer", sagte Vettel und fügte bitter an: "Der Drops ist gelutscht, dieses Jahr wird schwierig bleiben, und nächstes Jahr betrifft mich nicht mehr." Im Klartext heißt das: Vettel macht nur noch seinen Job, neun Rennen stehen bis Jahresende noch aus. Das nächste schon am Sonntag auf der firmeneigenen Strecke in Mugello. Für Ferrari ist es das 1000. Formel-1-Rennen. Eine Party wird es nicht geben. Und das liegt nicht nur am Coronavirus.

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