Nichts geht aktuell bei Dynamo Dresden, das komplette Team muss für zwei Wochen in Quarantäne. FOTO: DPA
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Nichts geht aktuell bei Dynamo Dresden, das komplette Team muss für zwei Wochen in Quarantäne. FOTO: DPA

Schlechte Nachricht aus Sachsen

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Hinter den Plänen für einen Saison-Neustart im Profifußball stehen durch den "Fall Dresden" wieder große Fragezeichen. Für DFL-Boss Christian Seifert ist die Lage noch unter Kontrolle.

Die schockierende Nachricht aus Sachsen schüttelte Christian Seifert erst an der Torwand ab - nach seinen drei Treffern huschte dem Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein Lächeln über das Gesicht. Diese Regung war beim Thema Dynamo Dresden zuvor nicht zu erkennen. Mit ernster Miene wollte Seifert im ZDF-Sportstudio suggerieren, dass trotz der Quarantäne beim Zweitligisten kurz vor dem geplanten Saison-Neustart am Samstag alles unter Kontrolle sei. Im Kampf gegen die größer gewordenen Zweifel am Wiederbeginn inmitten der Corona-Pandemie ist der 51-Jährige aber weiter gefordert.

"Wir werden in der nächsten Woche mit der gesamten 2. Liga sprechen", kündigte Seifert an, der nach eigenen Angaben vom "Fall Dynamo" nicht überrascht wurde: "Ich interpretiere das nicht als Rückschlag. Mir war völlig klar, dass das jederzeit passieren kann. Wir stehen am Anfang des Wiedereintritts. Wenn Dresden 14 Tage in Quarantäne geht, ist das kein Grund, die gesamte Saison infrage zu stellen. Wir ändern momentan nicht das Ziel, sondern nur die Pläne."

Zuvor hatten die Sachsen auf behördliche Anweisung ihren gesamten Kader samt Trainer- und Betreuerstab nach zwei weiteren Coronafällen in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt. Damit ist die Teilnahme am Spielbetrieb für das Tabellenschlusslicht genau wie ein Training vorerst ausgeschlossen. Die Fragen nach der Wirksamkeit des DFL-Konzepts und der Wettbewerbsverzerrung stehen mehr denn je im Raum - das Vorhaben des Profifußballs gerät sichtbar ins Wanken.

Seifert ist zwar anderer Meinung, sieht die Entwicklung aber immerhin differenziert. "Von den 81 Spielen sind nur zwei betroffen", äußerte der Ligaboss: "Es gibt sicherlich eine Größe, dann ist das irgendwann nicht mehr machbar." Wie hoch diese Zahl sein müsse, erläuterte Seifert nicht.

Die Dresdner bleiben erst einmal ratlos zurück. "Wir haben in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand betrieben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen", sagte Sportgeschäftsführer Ralf Minge: "Wir stehen im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt und der DFL, um alle weiteren Schritte abzustimmen."

Die zwei Dresdner Spieler waren im Rahmen der insgesamt dritten Testrunde am Freitag positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, die Namen der Betroffenen veröffentlichte der Klub nicht. Bereits in der ersten Testreihe gab es ein positives Ergebnis bei einem Spieler, der Betroffene befand sich seitdem in Quarantäne. Zu diesem Zeitpunkt absolvierte Dresden die Trainingseinheiten in Kleingruppen.

Seit Donnerstag befindet sich Dynamo im Mannschaftstraining. Das zuständige Gesundheitsamt in Dresden bewertete die neuen Fälle offenbar vor diesem Hintergrund anders als den positiven Test aus der ersten Runde und ordnete eine Quarantäne für das gesamte Team an. Die DFL hat Verständnis für diese Maßnahme. "Wir haben stets darauf verwiesen, dass die zuständigen Behörden den Takt vorgeben", sagte Seifert: "Genau so ist es im Leitfaden angelegt."

Für die Absichten des Profifußballs sind die Entwicklungen in Dresden aber alles andere als förderlich. Erst am Mittwoch hatte die Politik grünes Licht für die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und der 2. Liga nach zwei Monaten Pause gegeben. Der Entscheidung lagen vor allem wirtschaftliche Gründe zu Grunde. Nun wird deutlich, wie fragil das Gebilde doch ist.

Zumindest der Spielplan des Unterhauses muss überarbeitet werden. Dresden hätte am 17. Mai in Hannover spielen sollen, am 23./24. Mai sollte das Heimspiel gegen Greuther Fürth folgen. Seifert betonte, dass es im Spielplan bis zum anvisierten Saisonende am 30. Juni noch Puffer gebe.

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