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Christoph Harting ist vom DLV doch noch für die WM nominiert worden.

DLV schickt Harting in die Wüste

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71 deutsche Leichtathleten werden bei der WM in Doha an den Start gehen. Trotz zuletzt durchwachsener Leistungen und kritischer Aussagen befindet sich auch Diskus-Olympiasieger Christoph Harting darunter.

Für Aufsehen sorgte Christoph Harting zuletzt durch despektierliche Aussagen außerhalb des Diskusrings, einen WM-Start ließ er gar offen - nun befindet sich der Olympiasieger trotz durchwachsener Leistungen im Vorfeld doch noch im Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Weltmeisterschaft in Doha. Neben dem Berliner schickt der DLV 70 weitere Athleten in der Wüste auf Medaillenjagd (27. September bis 6. Oktober).

Harting hatte sich nach seiner Nullnummer bei den deutschen Meisterschaften trotz erfüllter Norm (66,01 m) nicht festlegen wollen, ob er überhaupt nach Katar reist - um seine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 nicht zu gefährden. Zuletzt hatte er sich immer wieder mit Rückenproblemen herumgeplagt, beim ISTAF Anfang September in Berlin erreichte er nur den neunten und letzten Rang und musste den Wettkampf vorzeitig beenden.

Schon seit seinem Goldcoup in Rio vor drei Jahren sucht Harting nach seiner Form. Für die WM 2017 konnte sich der Hüne nicht qualifizieren, bei der Heim-EM im Vorjahr leistete er sich in der Qualifikation auch drei ungültige Versuche. Aufgefallen war er hingegen durch irritierende Aussagen. Deutsche Meisterschaften seien "die letzte Erpressungsmöglichkeit der deutschen Leichtathletik", sagte er der "Berliner Zeitung" vor dem DM-Start und kritisierte damit den Qualifikationsmodus des DLV für Tokio. Anschließend hatte es in Berlin ein klärendes Gespräch mit Idriss Gonschinska, DLV-Generaldirektor Sport, und Diskus-Bundestrainer Marko Badura gegeben, bei der ersten Nominierungsrunde Anfang August war Harting nicht berücksichtigt worden.

Die großen Medaillenhoffnungen in Katar sind im deutschen Lager aber sowieso andere - allen voran die starken Speerwerfer. Weltmeister Johannes Vetter ist als Titelverteidiger mit einer Wildcard dabei, dazu kommen Olympiasieger Thomas Röhler, der deutsche Meister Andreas Hofmann und Julian Weber. Der formschwache Bernhard Seifert verzichtete zugunsten Webers auf seinen Startplatz.

Auch Weitsprung-Star Malaika Mihambo darf in Doha mit großen Ambitionen an den Start gehen, mit 7,16 m ist sie Jahresweltbeste. Über 100 m hatte die 25-Jährige die WM-Norm ebenfalls geknackt, in Katar wird sie sich aber auf ihre Spezialdisziplin konzentrieren. Dazu hatten Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause und Lauf-Ass Konstanze Klosterhalfen zuletzt mit starken Leistungen geglänzt, Klosterhalfen befindet sich sowohl über 1500 m als auch über 5000 m im DLV-Aufgebot. Aussichtsreich gehen auch die Zehnkämpfer Kai Kazmirek und Niklas Kaul, Siebenkämpferin Carolin Schäfer, Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Speerwerferin Christin Hussong in die WM. Der DLV hat aber auch namhafte Ausfälle zu beklagen. Ex-Kugelstoß-Weltmeister David Storl und Pamela Dutkiewicz, WM-Dritte im Hürdensprint, hatten die Saison bereits verletzungsbedingt abgebrochen. Auch Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch und Dreispringerin Kristin Gierisch verzichten auf einen Start in Doha.

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