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»Sauber« zu Silber

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Pauline Schäfer-Betz freut sich über WM-Silber am Schwebebalken. © DPA Deutsche Presseagentur

(sid). »Sauber« geturnt und den persönlichen Medaillensatz komplettiert: Als die Silbermedaille um ihren Hals baumelte, pustete Pauline Schäfer-Betz ganz tief durch und war dann erst zu einem erleichterten Lächeln fähig.

»Ich bin superstolz und sehr, sehr happy, weil es mein großes Ziel war, sauber zu turnen. Aber es war nicht leicht, die Ruhe zu bewahren. Vor meiner Übung musste ich sehr lange warten«, sagte Schäfer-Betz, die besonders mit dem von ihr kreierten Schäfer-Salto punkten konnte. Und sie musste den »Zitterbalken« nicht verlassen, in Gegensatz zu sechs ihrer Konkurrentinnen.

Sechs Jahre nach WM-Bronze in Glasgow und dem Titelgewinn 2017 in Montreal schloss sich für die Chemnitzerin damit nicht nur am Schwebebalken ein Kreis. Der zweite Platz im Capital Gymnasium setzte auch einen Schlusspunkt unter zwölf turbulente Monate unter Corona-Bedingungen. Die sie selbst durch ihre Verbalattacken auf ihre langjährige Ex-Trainerin Gabi Frehse ausgelöst und damit eine höchst kontroverse Diskussion über Trainingsmethoden im Sport allgemein und im Kunstturnen speziell angestoßen hatte. Schäfer-Betz will nun mit gutem Beispiel vorangehen und in der kommenden Woche selbst das erste Camp ihres privaten Turnklubs leiten - als Vize-Weltmeisterin.

Vielleicht wäre sogar der Titel drin gewesen, ein kleiner Wackler beim Aufgang verhinderte dies möglicherweise. Dennoch erhielt die gebürtige Saarländerin mit 8,4 Punkten die höchste Note für die Exaktheit ihrer Übung. Insgesamt reihte sich Schäfer-Betz zwischen den beiden Japanerinnen Urara Ashikawa und Mai Murakami ein. Doch von Enttäuschung keine Spur: »Die Zeit in Japan war anstrengend, aber eben auch erfolgreich.«

Im ihrem Schatten spielten ihre männlichen Turnkollegen im fernöstlichen Kaiserreich nur eine Statistenrolle.

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