Saison-Aus für operierten Federer

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(sid). Die Erinnerung an die glorreichen Tage hat Roger Federer ganz oben angepinnt. Der grinsende Maestro springt den knapp 13 Millionen Followern seines Twitter-Accounts sofort ins Auge, die mächtige Trophäe für den Gewinn der Australian Open hält er fest im Arm. Am 28. Januar 2018 entstand dieses Foto, es war Federers 20. und bislang letzter Grand-Slam-Titel. Und zumindest in diesem Jahr wird sicher kein weiterer hinzukommen.

Denn direkt unterhalb des Fotos aus besseren Tagen eröffnete der Schweizer Superstar seinen Fans am Mittwochmorgen die Schocknachricht: Das Knie bereitet immer noch Probleme, das Tennisjahr ist für den Grand-Slam-Rekordchampion vorbei. "Ich musste einen weiteren schnellen arthroskopischen Eingriff an meinem rechten Knie vornehmen lassen", schrieb Federer und verabschiedete sich für dieses Jahr: "Ich freue mich darauf, alle zu Beginn der Saison 2021 wieder auf der Tour zu sehen."

An ein Karriereende denkt der vierfache Familienvater, der am 8. August seinen 39. Geburtstag feiert, offenbar noch nicht, auch wenn die Spekulationen nun wieder befeuert werden dürften. Vor der Verschiebung der Olympischen Spiele hatte er einen Start in Tokio als Herzensangelegenheit beschrieben, Einzel-Gold fehlt Federer noch in seiner imposanten Sammlung - erfüllen kann er sich diesen Traum im Sommer 2021. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an Federers Körper immer spürbarer.

Bereits im Februar hatte er sich einer Operation am rechten Knie unterziehen müssen und geplant, im Sommer auf die Tour zurückzukehren. Nun gab es während der Reha vor einigen Wochen aber einen "Rückschlag", wie Federer am Mittwoch schrieb. Schon bei den Australian Open im Januar hatte er immer wieder über körperliche Beschwerden geklagt, die ihn auch bei der Halbfinal-Niederlage gegen den späteren Turniersieger Novak Djokovic (Serbien) behinderten.

"Wie schon im Vorfeld der Saison 2017 werde ich mir jetzt die nötige Zeit nehmen, um zu 100 Prozent bereit zu sein, um auf meinem höchsten Niveau zu spielen", schrieb der bestbezahlte Sportler der Welt (106,3 Millionen Dollar in den vergangenen zwölf Monaten) und verdeutlichte, wie ernst es ihm mit dem Comeback ist.

Noch steht aufgrund der Corona-Krise ohnehin in den Sternen, wann überhaupt wieder auf der internationalen Profitour gespielt wird. Für Federer sei die Verletzungspause "deshalb nicht tragisch", wie sein Trainer Severin Lüthi bereits am Sonntag der Schweizer Rundfunkstation SRF gesagt hatte. Bis zum 31. Juli dauert die Tour-Unterbrechung auf jeden Fall noch an. Eine Entscheidung über eine Austragung der US Open (31. August bis 13. September) steht kurz bevor, Federers Rivalen Djokovic und Rafael Nadal (Spanien) hatten zuletzt schon Kritik an möglichen strengen Hygieneregeln geübt und Fragezeichen hinter einem Start gelassen.

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