Sagan gegen den Rest der Welt

  • schließen

Zu Träumereien wollten sich Tony Martin und Co. erst gar nicht hinreißen lassen. Zu gering sind im deutschen Team ohne einen Kapitän die Aussichten auf eine Medaille, zu übermächtig erscheint der große Favorit. "Peter Sagan kann auch mit Fieber Weltmeister werden", sagt der entthronte Zeitfahr-Champion mit Blick auf das Straßenrennen bei der WM in Bergen am Sonntag. Ähnlich schätzt auch Bundestrainer Andreas Klier die Ausgangslage ein: "Man kann Sagan nicht entschärfen."

Zu Träumereien wollten sich Tony Martin und Co. erst gar nicht hinreißen lassen. Zu gering sind im deutschen Team ohne einen Kapitän die Aussichten auf eine Medaille, zu übermächtig erscheint der große Favorit. "Peter Sagan kann auch mit Fieber Weltmeister werden", sagt der entthronte Zeitfahr-Champion mit Blick auf das Straßenrennen bei der WM in Bergen am Sonntag. Ähnlich schätzt auch Bundestrainer Andreas Klier die Ausgangslage ein: "Man kann Sagan nicht entschärfen."

Im vergangenen Jahr hatte es die deutsche Mannschaft mit drei Kapitänen versucht und in der Hitze von Doha ein Debakel erlebt. Diesmal ist nach dem krankheitsbedingten Aus von John Degenkolb wegen einer vermuteten Bronchitis erst gar kein Sieganwärter am Start. Am Freitag gab das Degenkolb-Team Trek-Segafredo bekannt, dass der Klassiker-Spezialist zur eingehenden Untersuchung ins Krankehaus eingeliefert wurde.

Einen Nachfolger von Rudi Altig, der vor 51 Jahren als letzter Deutscher Weltmeister wurde, wird es kaum geben. Wenn sich die entscheidende Gruppe auf dem anspruchsvollen und 267,5 Kilometer langen Kurs bildet, solle mindestens ein deutsches Trikot noch zu sehen sein, heißt die Zielstellung. Die deutsche Mannschaft setzt dabei auf eine routinierte Gruppe. "Ich bin sehr froh, dass es der BDR mir erlaubt hat, einen relativ alten und erfahrenen Kader aufzustellen", sagt Klier.

Wie aber ein Sagan zu stoppen wäre, darüber müssten sich eher die anderen Teams den Kopf zerbrechen. Die Belgier mit Olympiasieger Greg van Avermaet, die Australier mit Tour-Sprintkönig Michael Matthews oder die Franzosen mit Julian Alaphilippe wären da gefragt. Die Taktik sei aber womöglich ohnehin wertlos, "wenn jemand wie Sagan sagt ›Hey, ich fahr einfach mal los‹", ergänzt Klier. Bei seinen WM-Triumphen 2015 und 2016 fuhr Sagan, der nahezu ohne Helfer unterwegs war, in einer eigenen Liga. Nun winkt der Hattrick, was nicht einmal dem legendären Eddy Merckx gelang. "Das wäre etwas ganz Besonderes, dies als erster Fahrer zu schaffen. Der Titel ist eines meiner großen Saisonziele", sagt Sagan.

Lennard Kämna hat unterdessen die erste deutsche Medaille geholt. Er fuhr am Freitag im Straßenrennen der U23-Männer über 191 km auf den zweiten Platz. Der Wedeler musste sich nur dem französischen Mitausreißer Benoit Cosnefroy geschlagen geben. Mit seinem Sunweb-Team hatte der 21-Jährige bereits den Weltmeistertitel im Mannschaftszeitfahren der Profiteams geholt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare