Max Verstappen gibt auf dem frischen und deshalb rutschigen Ashpalt in der Türkei den Ton an. FOTO: DPA
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Max Verstappen gibt auf dem frischen und deshalb rutschigen Ashpalt in der Türkei den Ton an. FOTO: DPA

Rutschpartie am Bosporus

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(dpa). Auf dem Weg zu seinem siebten Formel-1-Titel soll Lewis Hamilton auch eine ungewöhnliche Rutschpartie nicht aufhalten. Der nagelneue und noch sehr glatte Asphalt verdarb den Fahrern um den britischen Titelverteidiger die ersten beiden Trainings zum Großen Preis der Türkei und sorgte am Freitag in Istanbul für ein bedingt aussagekräftiges Ergebnis. Während Mercedes-Pilot Hamilton, der im Rennen am Sonntag (11.10 Uhr/RTL und Sky) nach Weltmeisterschaften mit Rekordchampion Michael Schumacher gleichziehen kann, nur Vierter wurde, setzte Max Verstappen im Red Bull die Tagesbestzeit.

Hinter dem Niederländer platzierten sich Charles Le-clerc (Ferrari) als Zweiter und Valtteri Bottas (Mercedes) als Dritter. Sebastian Vettel fuhr im zweiten Ferrari mit mehr als 1,6 Sekunden Rückstand auf den achten Rang. Insgesamt waren die Abstände ungewohnt groß.

"Ich habe keinen Grip", funkte Hamilton an seine Box und beklagte die fehlende Haftung seiner Reifen. Zwar hatten die Silberpfeile einige Schwierigkeiten, zeigten bei der Rennsimulation aber trotzdem erneut die überzeugendste Leistung. Die Konkurrenz war allerdings dichter am Konstrukteursweltmeister dran als üblich. Doch auch die Gegner klagten reichlich. "Es ist schlimmer als auf Eis. Ich kann nicht mal auf der Gerade Vollgas geben", sagte McLaren-Fahrer Lando Norris.

Der Straßenbelag war erst vor wenigen Wochen kurzfristig neu aufgebracht worden, da der Große Preis am Bosporus nur aufgrund der Corona-Pandemie nachträglich in den Kalender gerückt und neuer Asphalt dringend nötig war. Zudem waren die Temperaturen sehr niedrig und die Reifenmischungen zu hart - das alles zusammen sorgte für einige Dreher und langsame Fahrten. Die Hightech-Boliden konnten sich lange nicht mit den gewohnt hohen Geschwindigkeiten bewegen.

"Wir müssen einfach fahren, fahren, fahren", sagte Toto Wolff, Motorsportchef von Mercedes. Und mit mehr Gummi auf der Strecke entspannte sich die Lage etwas. Scherzhaft ergänzte Wolff mit Blick auf die Qualifikation am Samstag: "Man braucht vielleicht ein bisschen mehr Rallye-Skills, um schnell zu sein." Erschwerend könnte hinzukommen, dass es am Samstag regnen soll und in der Zeitenjagd für die Startaufstellung schon die nächste Rutschpartie droht. Mercedes war als großer Favorit in die Türkei gereist, nun könnte es aber spannender werden als gedacht.

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