Die BVB-Profis wollen gegen Zenit St. Petersburg wieder jubeln und den Gruppensieg unter Dach und Fach bringen. FOTO: DPA
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Die BVB-Profis wollen gegen Zenit St. Petersburg wieder jubeln und den Gruppensieg unter Dach und Fach bringen. FOTO: DPA

Mit Rumpfkader zum Gruppensieg?

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Zum Vorrunden-Abschluss in der Champions League peilt Borussia Dortmund bei Zenit St. Petersburg "ohne Neun" den Gruppensieg an. RB Leipzig steht ein "Must-win-Spiel" gegen Manchester United bevor, das Weiterkommen soll mit dem Offensivschwung vom Bayern-Spiel gelingen.

Für Borussia Dortmund ist der Gruppensieg zum Greifen nah, doch von Vorfreude auf die Champions-League-Reise in den russischen Winter war wenig zu spüren. Die anhaltende Terminhatz fordert ihren Tribut bei den Westfalen, sie müssen das entscheidende Spiel (18.55 Uhr/DAZN) mit einem Rumpfkader und ohne neun Leistungsträger bestreiten. Dagegen geht RB Leipzig mit dem Offensivschwung aus dem Gipfeltreffen mit den Bayern (3:3) in das von Trainer Julian Nagelsmann so betitelte "Must-win-Spiel" gegen Manchester United am Dienstag (21.00 Uhr/Sky). Ein Sieg über die Engländer muss her, um aus eigener Kraft erneut das Achtelfinale zu erreichen.

Ein Erfolg würde dem sächsischen Fußball-Bundesligisten noch einmal 2,7 Millionen Euro bringen, der damit verbundene Sprung in die K.o.-Runde würde die Summe auf 12,3 Millionen Euro schrauben. Für den Jackpot und das Überwintern in der Königsklasse redet Nagelsmann sein Team nach dem grandiosen Bayern-Match stark: "Es war natürlich intensiv, aber wir jammern nicht rum und reden über Müdigkeit, sondern eher darüber, dass die Jungs Maschinen sind."

Verlieren verboten

Die historischen Pleite im Old Trafford ist aber nicht vergessen. "Im Hinspiel haben wir es 72 Minuten gar nicht so schlecht gemacht und trotzdem 0:5 verloren." Es war die höchste RB-Pleite im europäischen Wettbewerb. Dieser Stachel sitzt tief. Für Kapitän Marcel Sabitzer ist klar: "Wir sind heiß auf das Spiel."

Theoretisch wäre für die Leipziger sogar noch der Gruppensieg drin - wenn Paris Saint-Germain nicht parallel gegen Istanbul Basaksehir gewinnt. Ein Punkt der Sachsen würde nur reichen, wenn der türkische Meister in Paris gewinnt. Verliert Leipzig das Schlüsselspiel, dann geht es aufgrund des verlorenen Direkt-Duells mit dem französischen Meister im neuen Jahr in der Europa League weiter.

Sicher weiter ist bereits der BVB, doch trotz aller Personalnöte nimmt Sportdirektor Michael Zorc seine Profis in die Pflicht. "Unsere Ambition muss es sein, zu gewinnen. Egal mit welchem Team wir spielen. Wir sind Tabellenerster, das wollen wir bleiben." Neben Erling Haaland fehlen Thomas Meunier, Marcel Schmelzer, Manuel Akanji, Raphael Guerreiro, Thomas Delaney, Mahmoud Dahoud, Reinier und Mateu Morey. Dennoch hofft Lucien Favre auf ein Erfolgserlebnis: "Wichtig ist, dass wir bereits fürs Achtelfinale qualifiziert sind. Natürlich wollen wir jetzt auch die Gruppe gewinnen", sagte der Coach.

Ein Erfolg würde nicht nur in Corona-Zeiten besonders wichtige Zusatzeinnahmen in Höhe von 2,7 Millionen Euro bescheren, sondern auch die Ausgangslage für die Auslosung am 14. Dezember verbessern. Schließlich träfe der BVB als Tabellenerster auf einen Gruppenzweiten und hätte im zweiten Duell Heimrecht. "Schwierig wird es im Achtelfinale sowieso immer, aber der Gruppensieg kann schon ein Vorteil sein", sagte Zorc. Angesichts des verlorenen direkten Duells mit Verfolger Lazio Rom (neun Punkte) darf der BVB (zehn) bei Schlusslicht St. Petersburg (ein Punkt) nicht schlechter abschneiden als die Italiener im Heimduell mit dem FC Brügge (sieben).

Ein Erfolgserlebnis könnte Mut machen für die weiteren vier Pflichtspiele in diesem Jahr. Nach zuletzt drei mäßigen Auftritten ohne Sieg gegen den 1. FC Köln (1:2), Lazio Rom (1:1) und Eintracht Frankfurt (1:1) scheint die Mannschaft etwas aus dem Tritt. Vor allem der Ausfall von Torjäger Erling Haaland hat die Statik des Teams verschlechtert.

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