Rückkehr der Galaxy

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Die Werbeflächen im Presseraum des Stadions am Bornheimer Hang waren mit Stoff verhüllt, als die Vertreter des neuen Frankfurter Footballteams am Dienstag auf dem Podium vor den Medienvertretern Platz nahmen. Doch das, was in einem Video kurz darauf verraten und dann als Logo an der Wand enthüllt wurde, bestätigte Gerüchte, die schon länger die Runde gemacht hatten:

Der Rhein-Main-Ableger der ab diesem Sommer geplanten European League of Football (ELF) wird Frankfurt Galaxy heißen und damit einen Namen wiederbeleben, der, wie der Strategische Berater im Führungsteam, David Knower, sagt, »mit vielen Emotionen verbunden ist«.

Von 1991 bis 2007 war die Galaxy Teil der NFL Europe (NFLE), gewann viermal den World Bowl und lockte im Schnitt mehr als 30 000 Fans ins Waldstadion. Knower selbst rang dem nordamerikanischen Rechteinhaber einen Vertrag ab, nach dem die ELF-Mannschaften an den jeweiligen Standorten die früheren NFLE-Namen nutzen dürfen. Neben den Hessen sind das bislang die Hamburg Sea Devils.

Wie in den guten alten Zeiten, aber »mit neuem Konzept« sollen die Spieltage laut Galaxy-Geschäftsführer Alexander Korosek zu Erlebnissen werden: mit Partys, die drei Stunden vor dem Kick-off beginnen. »Wir wollen wieder zu einem Riesenevent werden«, kündigte der Luftfahrtunternehmer an. Als Spielstätte dient das Stadion des FSV Frankfurt. Ein Umzug in die Arena im Stadtwald wird bei entsprechender Resonanz nicht ausgeschlossen.

Für die erste, ab Juni vorgesehene Spielzeit sind acht Mannschaften aus drei Nationen gemeldet: Frankfurt, Hamburg, Berlin, Ingolstadt, Hannover, Stuttgart, Barcelona und Breslau (Polen). Das langfristige Ziel liegt bei 24 Teams aus ganz Europa. Wie in der NFL die Salary Cap sollen Beschränkungen der Mittel für ein Gleichgewicht unter den Teilnehmern und Spannung sorgen. Dass 13 ELF-Partien live auf ProSieben Maxx gezeigt werden und auch ran.de überträgt, hilft laut Korosek bei der Suche nach Sponsoren. Das Fundament des Unternehmens sei so solide, dass »wir auch ein erstes Jahr mit Geisterspielen überleben«, sagt der Manager.

Die Mannschaft steht - eine Mischung mit deutschen und europäischen Topspielern, US-Importen sowie zwei Akteuren, die bereits NFL-Luft schnuppern durften, sagt Cheftrainer Thomas Kösling. 80 bis 90 Prozent der Spieler gingen mit ihm selbst den Weg von Frankfurt Universe aus der German Football League mit. Den Rest musste der erfahrene Coach ohne Tryout engagieren.

Einer Kooperation mit dem AFC Universe gegenüber, dessen GFL-Team im gleichen Frankfurter Stadion auflaufen will, gibt sich Korosek offen: Die Galaxy schließe ihre Türen nicht zu. KATJA STURM

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