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Ob der Noch-Frankfurter Fredi Bobic bei Hertha BSC anheuert, ist offen. Alle Beteiligten hüllen sich mehr oder weniger in Schweigen. FOTOMONTAGE: IMAGO

Roter Teppich ausgerollt?

Fredi Bobic windet sich noch raus. Die Hertha sagt noch nichts. Ein Wechsel des Frankfurter Erfolgsmanagers nach Berlin ist dennoch wahrscheinlich. In der Hauptstadt würde der Ex-Nationalspieler auf alte Bekannte treffen und wie bei der Eintracht weit unten anfangen.

Klub-Ikone Pal Dardai hätte ihn gerne als neuen Chef. Millionen-Investor Lars Windhorst hat seine Arbeit gelobt. In Berlin ist der rote Teppich für Fredi Bobic schon ausgerollt. So eindeutig Eintrachts Sportvorstand seinen Abschied aus Frankfurt im Sommer nun verkündet hat, so bedeckt hält sich der Erfolgsmanager aber noch zu seinem möglichen neuen Arbeitgeber in der Hauptstadt. »Ich möchte auf das Thema gar nicht mehr eingehen, denn leider kommen immer wieder zu viele Indiskretionen an die Öffentlichkeit«, sagte Bobic in der am späten Dienstagabend ausgestrahlten ARD-Sendung »Sportschau Thema«.

Ein klares Dementi war das allerdings auch nicht, und Indizien für einen ungewöhnlichen Wechsel innerhalb der Fußball-Bundesliga zu Hertha BSC lieferte Bobic selbst. Der Abschied aus Frankfurt nach fünf erfolgreichen Jahren sei »eine persönliche Sache«. Wo sollte es Bobic also hinziehen, wenn nicht nach Berlin, wo seine Familie lebt, er seinen privaten Lebensmittelpunkt hat?

Die Hertha verwies am Mittwoch nur auf die laufende Suche nach einem neuen Manager. »Die Besetzung der Position des Geschäftsführers Sport bei Hertha BSC liegt satzungsgemäß in der Verantwortung des Präsidiums. Es wurde ein Personalausschuss gebildet, um den Prozess durchzuführen. Mehr gibt es zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht zu sagen, da es sich um einen laufenden Prozess handelt«, hieß es.

Ein offenes Geheimnis ist es aber, dass bei der Hertha nicht nur Trainer Dardai und Geldgeber Windhorst Bobic gerne als neuen Manager sehen würden. Zum neuen Leiter der Geschäftsführung, Carsten Schmidt, gibt es eine enge Verbindung. Mit Bobic könnte der einstige Sky-Boss die nötige Sportkompetenz für seinen Führungszirkel gewinnen. Im Gegensatz zum beurlaubten Ex-Manager Michael Preetz hat Bobic in Frankfurt mehrfach bewiesen, dass er ungewöhnliche Transfers wie Luka Jovic, Ante Rebic, Kevin Trapp oder Andre Silva möglich machen und eine Durchschnittsmannschaft zu einem Team mit Königsklassen-Perspektive wandeln kann.

Genau das will die Hertha auch. »Schauen sie sich Frankfurt an. Die haben keine externen Mittel gehabt und erreichen wahrscheinlich trotzdem die Champions League«, sagte kürzlich Windhorst - ohne den Namen Bobic als Baumeister explizit zu erwähnen. Durch das Geld des Finanzexperten wäre eine fällige Ablöse an die Eintracht von laut »Bild«-Zeitung fünf Millionen Euro kein Hindernis. Mittelfristig kann Berlin sogar mehr Reize bieten als Frankfurt, wenn Windhorst - wie kürzlich beteuert - die Lust auf sein Prestigeobjekt nicht verliert.

Boldt bei Eintracht im Gespräch

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt wird als Nachfolger von Fredi Bobic bei der Eintracht gehandelt. Das berichtete die »Frankfurter Rundschau« am Mittwoch. Boldt hat seinen Vertrag beim HSV erst im November 2020 bis Sommer 2023 verlängert. Boldt ist seit Mai 2019 beim HSV, nachdem er zuvor Sportdirektor bei Bayer Leverkusen war.

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