Cheftrainer Adi Hütter und die Frankfurter Eintracht müssen heute gegen Basel auf die Unterstüzung ihrer Fans verzichten, das Gesundheitsamt Frankfurt hatte dies am Mittwochabend entschieden. FOTO: DPA
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Cheftrainer Adi Hütter und die Frankfurter Eintracht müssen heute gegen Basel auf die Unterstüzung ihrer Fans verzichten, das Gesundheitsamt Frankfurt hatte dies am Mittwochabend entschieden. FOTO: DPA

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Nur wenige Stunden hat sich Frankfurt dem bundesweiten Trend verweigert. Nach einer Neubewertung der Lage verfügt das Gesundheitsamt doch ein Geisterspiel für die Eintracht in der Europa League gegen den FC Basel.

Die Vorfreude auf ein letztes normales Fußballspiel vor vollen Rängen währte bei Eintracht Frankfurt nur wenige Stunden. Nach einer Neubewertung der Lage verfügte das Gesundheitsamt der Mainmetropole am Mittwochabend wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus doch noch einen Zuschauerausschluss für das Achtelfinal-Hinspiel der Hessen gegen den FC Basel am Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN).

"Wir bedauern das sehr, aber wir haben auch stets betont, dass wir jede behördliche Anordnung aufgrund veränderter Voraussetzungen akzeptieren, da die Gesundheit unserer Fans und Besucher absolute Priorität hat", kommentierte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann die revidierte Entscheidung.

Am Mittwochmorgen hatte die Behörde noch grünes Licht für eine Austragung der Partie vor einer stimmungsvollen Kulisse gegeben. Vier Stunden später war es damit vorbei. Auch ohne Fans will der Vorjahreshalbfinalist mit Herz und Leidenschaft die Weichen für den Einzug ins Viertelfinale stellen.

Personell kann die Eintracht aus dem Vollen schöpfen kann. "Bis auf die Langzeitverletzten sind alle Mann an Bord", berichtete Eintracht-Trainer Adi Hütter. Dass Basel wegen der Unterbrechung der nationalen Liga seit zwei Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten hat, bezeichnete Mittelfeldspieler Djibril Sow als Vorteil. "Aber wir können uns nicht darauf verlassen", mahnte der Schweizer. Ähnlich sieht es Hütter, der warnte: "Das ist eine sehr routinierte Mannschaft und ein großer Verein in der Schweiz."

Immerhin kennt er den Gegner aus seiner Zeit als Trainer der Young Boys Bern sehr gut. "Sie haben Spieler mit viel Erfahrung in ihren Reihen, wie beispielsweise Valentin Stocker, Fabian Frei oder Taulant Xhaka", zählte Hütter auf.

Dass die Hessen nun auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten müssen, macht die Aufgabe nicht leichter. Nach Angaben des Vereins führte eine neue Infektionslage des Coronavirus, "insbesondere im Kanton Basel und dem angrenzenden französischen Elsass", zur Kehrtwende des Gesundheitsamtes bei der Bewertung der Situation. Am Morgen hatte der Leiter der Behörde, René Gottschalk, mit Blick auf das Spiel noch erklärt: "Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass man sich infizieren kann, liegt bei Null."

Wenige Stunden später sah die Situation jedoch bereits ganz anders aus: In der Schweiz seien die Infektionen innerhalb eines Tages um 35 Prozent gestiegen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Gesundheitsamtes am Abend. Zudem seien die angrenzenden französischen Regionen zum Risikogebiet erklärt worden. Noch am Morgen war als Argument angeführt worden, viele Schweizer Fans seien bereits auf dem Weg Richtung Frankfurt. Bedeutet das nun ein steigendes Risiko für die Rhein-Main-Region? Ein Teil der Fans sei vor dem Anstieg in ihrer Heimat aufgebrochen, meinte Gottschalk.

Für das Spiel waren 47 000 Tickets verkauft worden. Eintracht-Vorstand Hellmann kündigte an, dass die Kosten zurückerstattet werden. Für den Verein wird das Achtelfinale damit zum Verlustgeschäft. Immer noch offen ist, wo das Rückspiel (19. März) stattfindet, Eine Austragung in Basel hatte die Kantonspolizei verboten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen: Frankfurt: Trapp - Ndicka, Abraham, Hinteregger, Toure - Chandler, Sow, Rode, Kostic - Kamada - Silva. - Basel: Omlin - Widmer, Comert, Alderete, Riveros - Xhaka, Frei - Stocker, Campo, Petretta - Ademi. - Schiedsrichter: Ekberg (Schweden).

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