"Robbandowskis" großer Tag Von der Kabine in den Kreißsaal

(sid) Karl-Heinz Rummenigge war bester Laune und zu Scherzen aufgelegt. "Die beiden haben heute Abend noch ein Date", witzelte der Vorstandvorsitzende des FC Bayern nach dem 3:1 (3:0) der Münchner beim überforderten FC Augsburg über Arjen Robben und Robert Lewandowski. Ja, klar, sagte Robben später mit einem breiten Grinsen: "Das Restaurant ist reserviert." Und hätte Lewandowski an diesem Nachmittag noch ein drittes Tor erzielt, "wäre auch eine Übernachtung mit drin gewesen".

Von SID

Robben. Lewandowski. Früher hielten Robben und Franck Ribéry als kongeniales Duo "Robbery" die Gegner in Atem, in Augsburg erlebte das Publikum das harmonische Miteinander von "Robbandowski". 1:0 Lewandowski auf Vorlage von Robben (19.), 2:0 Robben nach Vorlage von Lewandowski (21.), 3:0 Lewandowski nach Vorlage von Robben (48.). Beide, sagte Trainer Carlo Ancelotti, "haben wirklich sehr gut gespielt. Wenn Spieler dieser Qualität so zusammenspielen, ist es gut für das Team." Rummenigge sah sich danach wie zu erwarten dazu gezwungen, zu den laufenden Vertragsverhandlungen mit "Robbandowski" Stellung zu beziehen. Eine schwierige Geburt ist es offenbar nicht mehr, auch wenn der Klubchef scherzhaft anmerkte, er sei "keine Hebamme" und könne deshalb noch nichts verkünden. Lewandowski ließ zumindest durchblicken, dass die Unterschrift unter das neue Arbeitspapier in Kürze erfolge, bei Robben wird es nicht anders sein. "Wir wissen, was wir aneinander haben", sagte der Niederländer. Klar ist: Auf Lewandowski und Robben kann der FC Bayern nicht verzichten. Das ist kein Geheimnis, ebenso wenig wie die Mitteilung von Rummenigge, "dass wir schon wissen, was wir an einem Spieler haben". Der deutsche Rekordmeister hat nach Auffassung des Chefs einen "großartigen Kader" und machte deutlich: "Wir wollen auch in den nächsten Jahren einen großartigen Kader haben." Und in der Form von Augsburg gehören "Robbandowski" dazu: "Wenn das immer so gut funktioniert, ist das gut für die Mannschaft", sagte Lewandowski. Gegen Augsburg funktionierte es – weil sich wie drei Tage zuvor im Zweitrundenspiel im DFB-Pokal (ebenfalls 3:1) zwischen beiden Mannschaften ein Klassenunterschied auftat. Die Münchner am Samstag, sagte Augsburg Trainer Dirk Schuster, hätten sogar eine "noch bessere Qualität" gehabt als am Mittwoch zuvor. Und so verwies er mit ein wenig Stolz darauf, dass seine Mannschaft sich nach dem 0:3 nicht habe "abschlachten lassen". Ja-Cheol Koo erzielte sogar noch das 1:3 (67.). Derweil sorgt RB Leipzig weiter für Furore. Nach dem 2:0-Erfolg in Darmstadt ist der Aufsteiger der härteste Bayern-Verfolger. Sollte die Konstellation so bleiben, kommt es am letzten Spieltag des Jahres zum Duell der beiden punktbesten Teams. Neuer Dritter ist Hoffenheim. Beim 1:0 (1:0) im Spitzenspiel gegen Hertha BSC gelang dem Team von Trainer Julian Nagelsmann der fünfte Sieg in Serie. Damit stellte die TSG den Vereinsrekord aus der Saison 2008/09 ein und tauschte dank des Treffers von Niklas Süle mit den Berlinern die Plätze. Dagegen hat die Konkurrenz aus Dortmund, Leverkusen und Schalke die Bayern vorerst aus den Augen verloren. Auch bei Borussia Mönchengladbach sind die Zeiten des Champagner-Fußballs erst einmal vorbei. Mit dem 0:0 gegen Frankfurt blieb das Team zum vierten Mal ohne Sieg. "Die Mannschaft ist relativ ausgebrannt", sagte Sportdirektor Max Eberl. Mit einem Sieg zur rechten Zeit hat sich Bayer Leverkusen gefangen. Die Diskussionen um Trainer Roger Schmidt, der zum zweiten Mal wegen seiner Sperre nicht auf der Bank saß, dürften sich damit vorerst erledigt haben. Plötzlich musste für Karim Onisiwo alles ganz schnell gehen. Der Mainzer Offensivspieler erhielt am Samstagnachmittag unmittelbar vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt (2:0) einen Anruf aus dem Kreißsaal – es ging um Onisiwos hochschwangere Frau. "Er hat mich gefragt: ›Hey Coach, was kann ich machen? Die Fruchtblase ist geplatzt und das Kind kommt demnächst‹", erzählte Trainer Martin Schmidt nach dem Spiel. "Komm, hau ab. Das erlebst du nur einmal im Jahr", habe Schmidt zum Österreicher gesagt und diesen für das Spiel freigestellt. Tatsächlich wurde Onisiwo noch während der Partie Vater, seine Kollegen erfuhren es vor dem Abpfiff. Sein Sohn heißt Leroy Onisiwo. (dpa)

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