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Im Revier läuft es rund

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Als Marco Reus das Dortmunder Erfolgsgeheimnis um Mitternacht verriet, da war das geglückte Wiedersehen mit Benedikt Höwedes für Schalke 04 schon wieder Vergangenheit. »Defensiv haben wir alle klare Aufgaben«, sagte der BVB-Kapitän nach dem bemerkenswert lockeren 3:0 (0:0)-Erfolg gegen AS Monaco – und fügte nach einer kurzen Pause mit einem Lächeln an: »Aber offensiv haben wir alle Freiheiten. Wir entscheiden im Spiel instinktiv.«

Als Marco Reus das Dortmunder Erfolgsgeheimnis um Mitternacht verriet, da war das geglückte Wiedersehen mit Benedikt Höwedes für Schalke 04 schon wieder Vergangenheit. »Defensiv haben wir alle klare Aufgaben«, sagte der BVB-Kapitän nach dem bemerkenswert lockeren 3:0 (0:0)-Erfolg gegen AS Monaco – und fügte nach einer kurzen Pause mit einem Lächeln an: »Aber offensiv haben wir alle Freiheiten. Wir entscheiden im Spiel instinktiv.«

Der Revierrivale tritt bei seinen Auftritten derzeit zwar nicht so glanzvoll auf, doch nach dem 1:0 (0:0) bei Lokomotive Moskau haben auch die Schalker Kurs auf das Achtelfinale in der Champions League genommen. Ex-Kapitän Höwedes blickte daher in lauter strahlende Gesichter, als er seine ehemaligen Teamkollegen nach dem Spiel in der Kabine besuchte. »Es war ganz, ganz merkwürdig, gegen die alte Liebe zu spielen, in die man 16 Jahre lang Herzblut reingesteckt hat«, gab der Weltmeister von 2014 anschließend zu.

Viel Herzblut steckt derzeit auch im Dortmunder Spiel. Die von Reus angesprochenen Freiheiten ihres Trainers Lucien Favre leben die BVB-Profis genüsslich aus. Die Torfabrik läuft auf Hochtouren, 14 Treffer in den vergangenen drei Spielen lassen aufhorchen. »Es macht extrem viel Spa?, sagte Torhüter Roman Bürki. Spitzenreiter in der Bundesliga, Tabellenführer in der Königsklasse, in neun Pflichtspielen noch ohne Niederlage – die Dortmunder Spaßgesellschaft liefert beachtliche Resultate. Die jungen Wilden um Jadon Sancho (18) und Jacob Bruun Larsen (20) legten in den vergangenen Spielen eine bemerkenswerte Reife an den Tag. »Wir spielen mit viel Vertrauen«, sagte Favre.

Die Handschrift des Schweizers ist dabei schon nach wenigen Wochen deutlich erkennbar. Dabei beweist Favre ein goldenes Händchen. Der BVB hat bereits neun Jokertore erzielt. Gegen Monaco traf der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Bruun Larsen (51.). »Es ist brutal wichtig für uns, dass wir Potenzial von der Bank ins Spiel bringen können«, sagte Reus, der nach dem 2:0 durch Paco Alcacer (72.) den Endstand erzielte (90.+2) und als einer der letzten Profis zu später Stunde den Signal Iduna Park verließ. »Wenn du solche Straßenfußballer wie Jadon und Jacob hast, macht es echt Spa?, sagte Reus. In der vergangenen Saison scheiterte die Borussia mit lediglich zwei Punkten kläglich in der Vorrunde, jetzt sind es bereits sechs Zähler nach zwei Spielen. »Wir stehen in der Champions League gut da und kennen unsere Qualität. Wir haben aber noch nichts erreicht«, sagte Manuel Akanji.

Das gilt auch für den Rivalen Schalke, der nach dem zweiten Sieg in Serie durch das späte Kopfballtor von Weston McKennie (88.) nach dem Fehlstart zumindest etwas durchatmen kann und Ex-Kapitän Höwedes wehmütig zurückließ. »Ich hatte gehofft, dass es auf ein Unentschieden hinausläuft«, sagte Höwedes. In der Kabine der Königsblauen fühlte Höwedes sich noch immer heimisch. Über eine Stunde blieb er bei »alten Freunden«, die ihn »herzlich empfangen« hatten. Trainer Domenico Tedesco, der ihn im Sommer nach einjähriger Ausleihe an Juventus Turin endgültig aussortiert hatte, habe er nicht gesehen, berichtete Höwedes und meinte vielsagend: »Die Spieler habe ich gerne wiedergesehen.« Seine alten Mitspieler wollen nun ihre kleine Erfolgsserie fortsetzen. »Der Kopf kann jetzt kein Argument mehr sein«, meinte Sportvorstand Christian Heidel und forderte: »Jetzt müssen wir die Miniserie in Düsseldorf fortsetzen.« Am Samstag beim Aufsteiger soll die Aufholjagd in der Bundesliga richtig beginnen.

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