Fußball

Rettig warnt vor Bevorzugung

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(dpa/sid). Im Fall einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs hat der frühere DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig vor einer Bevorzugung der Bundesligavereine bei Coronavirus-Tests gewarnt. "Dieser Weg wäre schwierig zu vermitteln, wenn das Gefühl entstünde, dass Tests für den Fußball zulasten der Bevölkerung gehen", sagte der 56-Jährige im Interview der "Augsburger Allgemeine". "Da hoffe ich, dass die neue Medizin-Kommission der DFL zu einem Ergebnis kommt, das nicht zulasten der Bevölkerung geht."

Der MDR-Sendung "Sport im Osten" aus der vergangenen Woche zufolge sollen bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga die Profis alle drei Tage auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Bei einem positiven Befund sollen nicht mehr alle Spieler der Mannschaft in Quarantäne geschickt werden, sondern nur infizierte.

Rettig war von 2013 bis 2015 DFL-Geschäftsführer. Er warnte davor, die Krise der Bundesliga zu dramatisieren. "Der Fußball hat in unserem Land einen hohen Stellenwert, es gibt etwa 20 Millionen Interessierte, die an jedem Wochenende sich für die Spiele interessieren", sagte er. "Aber man darf den Fußball auch nicht überhöhen, gerade was die wirtschaftlichen Dinge angeht." Bei einem Gesamtumsatz von knapp fünf Milliarden Euro sei das, "was der Profifußball leistet, gesamtwirtschaftlich zu vernachlässigen". Größere Sorgen macht er sich um kleinere Sportarten: "Das ist etwas, was einen als Sportfan bedrückt: die größere Perspektivlosigkeit dieser Sportarten, die zuletzt schon schwer zu kämpfen hatten, weil der Fußball eine alles überstrahlende Rolle gespielt hat."

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