Paul Schockemöhle
+
Paul Schockemöhle

Rentner im Unruhestand

  • vonDPA
    schließen

(dpa). Normalerweise wäre Paul Schockemöhle in diesen Tagen bei einer Turnierserie in Südspanien. Als Manager der japanischen Springreiter, die er auf die Olympischen Spielen in Tokio vorbereiten soll. Und auch seinen 75. Geburtstag am Sonntag hätte der einstige Erfolgs-Reiter, Züchter, Veranstalter und Multi-Unternehmer im Süden verbracht. Doch normal ist in Corona-Zeiten nichts. Auch nicht für eine der prägendsten Figuren im deutschen Reitsport.

Und so sitzt Schockemöhle zu Hause im oldenburgischen Mühlen und muss versuchen, die Folgen der Pandemie für seine zahlreichen Unternehmungen zu managen. "Das ist im Moment noch nicht zu übersehen. Das dauert noch ewig. In diesem Jahr ist das noch nicht fertig", sagt er mit Blick auf den Kampf gegen den neuartigen Virus.

Nach Feiern ist Schockemöhle auf dem Hintergrund der aktuellen Lage nicht zumute. "Jetzt wäre das der falsche Weg", meint er. Er werde am Geburtstag ein Glas Sekt mit seiner Frau Bettina trinken. Das war’s. Vielleicht wird er eine Feier noch einmal nachholen.

Seine Erfolge als Sportler und Unternehmer haben mit Arbeit, Fleiß und Geschick zu tun. Als Springreiter blieben vor allem seine Siege auf Deister in Erinnerung. Dreimal nacheinander - 1981, 1983, 1985 - wurde der jüngere Bruder von 1976-Olympiasieger Alwin mit dem hannoverschen Wallach Europameister. Eine bislang einmalige Serie. Schon während seiner Karriere begann er vom kleinen Mühlen im Landkreis Vechta aus, ein kleines Imperium aufzubauen, bestehend unter anderen aus mehreren Logistik-Unternehmen sowie Pferdezucht und -handel. In seinem Turnierstall formte er Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak, den heutigen Bundestrainer Otto Becker und Meredith Michaels-Beerbaum zu Weltklasse-Reitern.

Schockemöhle gilt längst als Multi-Millionär. Dass er ein vermögender Mann ist, lässt er sich nicht anmerken. Er kommt rustikal und bodenständig daher ohne jede Neureichen-Attitüde. FOTO: DPA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare