Außergewöhnliches Sturm-Duo: Romelu Lukaku (l.) und Lautaro Martinez wollen Inter Mailand heute Abend zum Europa-League-Titel schießen. FOTO: AFP
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Außergewöhnliches Sturm-Duo: Romelu Lukaku (l.) und Lautaro Martinez wollen Inter Mailand heute Abend zum Europa-League-Titel schießen. FOTO: AFP

Rekordsieger nur Außenseiter

  • vonSID
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Der FC Sevilla will seinen Siegeszug in der Europa League fortsetzen. Doch das wiedererstarkte Inter Mailand rüttelt mit seinem gefürchteten Sturmduo Romelu Lukaku und Lautaro Martinez am Thron der Spanier.

Fünf Siege bei fünf Finalteilnahmen, 25 Siege in den letzten 26 K.-o.-Duellen und dazu die größte Erfolgsserie der Vereinsgeschichte: Faktisch spricht auch in Köln nur wenig für ein Ende der Liebesbeziehung des FC Sevilla zur Europa League. Und dennoch: Der Rekordsieger geht trotz aller Meriten als Außenseiter ins Finale in der Domstadt.

Mit Inter Mailand wartet heute (21 Uhr/RTL und DAZN) ein wiedererstarktes europäisches Schwergewicht, das im Turnierverlauf schon einige Topteams das Fürchten lehrte. "Es wird das bisher härteste Spiel sein", prophezeite Sevilla-Coach Julen Lopetegui: "Inter wird uns zu einem außergewöhnlichen Spiel zwingen. Sie sind auf einem großartigen Niveau, eine Mannschaft, die für die Champions League geschaffen ist."

Das bewiesen die Italiener gleich mehrfach eindrucksvoll. Die Nerazzurri räumten im Viertelfinale mit Bayer Leverkusen (2:1) mühelos den letzten Bundesliga-Vertreter aus dem Weg, im Halbfinale zeigten sie beim 5:0 gegen Schachtjor Donezk eine Galavorstellung. Kein Wunder, dass die Spieler vor Selbstvertrauen fast platzen. "Wir haben bewiesen, dass Inter bereit ist für große Dinge und für das Finale", sagte Angreifer Lautaro Martinez. Der technisch versierte Argentinier bildet mit dem bulligen Romelu Lukaku eines der gefährlichsten Sturmduos Europas. "Die Mannschaft versetzt sie derzeit in die Lage, sich auf eine Weise auszudrücken, wie sie es in der Vergangenheit noch nie getan haben", lobte Inter-Trainer Antonio Conte. Auf dem Weg zum ersten europäischen Titel seit dem Champions-League-Triumph 2010 gegen Bayern München waren die beiden Hochgeschwindigkeitsspieler an fünf der letzten sechs Inter-Treffer direkt beteiligt.

Neben den beiden "Rohdiamanten" (Conte) im Angriff kann Inter auch auf ein äußerst stabiles Abwehrbollwerk vertrauen. In den letzten sieben Pflichtspielen gelang nur Leverkusens Kai Havertz ein Treffer gegen den italienischen Vizemeister. Conte ist überzeugt von seinem Team: "Das Wort Angst gibt es weder bei meinen Spielern noch bei mir", betonte der ehemalige italienische Nationaltrainer: "Sevilla ist ein zäher Gegner mit viel Erfahrung. Aber wir werden mit Mut und Enthusiasmus antreten."

Das ist allerdings auch der Plan des fünfmaligen Titelträgers. Sevilla ist seit Februar ungeschlagen, mit 20 Spielen ohne Niederlage stellten die Andalusier einen Vereinsrekord auf. Und dass sie im Europacup auch als Außenseiter gegen Mannschaften mit vermeintlich stärkeren Einzelspielern glänzen können, bewiesen sie nicht zuletzt beim 2:1 im Halbfinale gegen Manchester United.

"Das Wort Team hat bei uns eine ganz große Bedeutung", beschrieb Lopetegui das Erfolgsgeheimnis: "Harte Arbeit, Solidarität und ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl helfen uns, auch große Herausforderungen zu überwinden" - und so vielleicht die Liebesbeziehung zur Europa League auch heute am köcheln zu halten.

Voraussichtliche Aufstellungen / Sevilla: Bono - Navas, Kounde, Diego Carlos, Reguilon - Banega, Fernando, Jordan - Suso, Ocampos - De Jong. - Inter: Handanovic - Godin, De Vrij, Bastoni - D’Ambrosio, Barella, Brozovic, Gagliardini, Young - Lukaku, Martinez. - Schiedsrichter Makkelie (Niederlande).

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