Der Berliner Moritz Wagner (M.), der bei den Washington Wizzards unter Vertrag steht, freut sich auf die NBA-Fortsetzung. ARCHIVFOTO: DPA
+
Der Berliner Moritz Wagner (M.), der bei den Washington Wizzards unter Vertrag steht, freut sich auf die NBA-Fortsetzung. ARCHIVFOTO: DPA

Der Reiz des puren Spiels

  • vonSID
    schließen

Der Restart in der NBA rückt näher. Heute finden in der "Bubble" in Disney World die ersten Testspiele statt, mit dabei ist auch der deutsche Nationalspieler Moritz Wagner von den Washington Wizards.

Angeln, Schwimmen, Tischtennis oder auch ein Abstecher zum eigens von der NBA gebauten Friseursalon. Es gibt in Disney World viele Möglichkeiten für die Basketballprofis, abgeschottet von der Außenwelt die Zeit totzuschlagen. Doch die Langeweile ist ohnehin bald kein Problem mehr, der Restart rückt näher.

Kommende Woche nimmt die nordamerikanische Profiliga im Resort in Orlando den Betrieb wieder auf, vorher absolviert jedes Team drei Testspiele. In der Nacht zum Donnerstag laufen die ersten "Warm-up Games", mit dabei sind die Washington Wizards um die beiden deutschen Nationalspieler Moritz Wagner und Isaac Bonga.

Dass beim "Bubble-Ball", beim Basketball in der Blase, kein Publikum dabei ist, sieht Wagner nicht als Problem. "Wir haben schon in leeren Trainingshallen gespielt, das ist nichts Neues", sagte der Berliner nach dem Training am Montag. Die Situation habe sogar einen besonderen Reiz: "Ich finde es cool. Das pure Spiel steht im Vordergrund." Wagner weiß, dass eine besondere Herausforderung auf die Spieler wartet. "Wir müssen uns davon lösen, was wir vorher gemacht haben", sagte der 23-Jährige, er meint damit die im März abgebrochene Hauptrunde. Es sei besser, die Spiele nach dem Neustart der Liga als "eine Art eigene Saison" zu sehen.

Der Center, einer von fünf Deutschen in Orlando, hat sich im Kopf schon voll auf die ungewöhnlichen Umstände eingestellt. "Wenn du in einem Tief bist, sind da keine Zuschauer", so Wagner. Niemand könne von außen pushen, "wir müssen miteinander reden. Jeder wird eine Rolle und einen Einfluss haben." Anpassung sei enorm wichtig.

Manchen gehen die Regeln zu weit

22 Mannschaften sind in Florida dabei, nur neun kommen aus dem Osten, darunter Washington. Die Wizards sind Tabellenletzter und müssen in acht Spielen versuchen, mindestens einen Platz gutzumachen. Wie immer schaffen es acht Teams aus jeder Conference in die Playoffs. Der NBA-Champion soll spätestens am 12. Oktober gekrönt werden, es könnte klappen, das Sicherheitskonzept greift bislang. Am Montag gab die Liga bekannt, das sämtliche 346 seit dem 13. Juli durchgeführten Corona-Tests negativ waren. Es läuft, manchen Profis gehen die Maßnahmen aber zu weit.

Dwight Howard wurde verwarnt, weil er ohne Gesichtsmaske unterwegs war. "Wir werden doch jeden Tag getestet", verteidigte sich der Center der Los Angeles Lakers: "Und es ist ja nicht so, dass es irgendwer auf uns übertragen kann. Wir sind in der Blase unter uns." Andere gehen mit den Einschränkungen entspannter um. Der Neuseeländer Steven Adams, Teamkollege von Dennis Schröder bei Oklahoma City Thunder, sagt: "Es ist nicht hart, es ist nicht schwierig. Es ist richtig cool."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare