Reisewarnung ausblenden

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Eigentlich war alles anders geplant: Ursprünglich hätte der Viola Park in Wien Schauplatz für das Finale der Women’s Champions League sein sollen. 12 000 Tickets hatten die österreichischen Organisatoren verkauft, ehe die Corona-Krise kam. Als die Europäische Fußball-Union vor knapp zwei Monaten sich für die Städte San Sebastian und Bilbao als Ersatz entschied, um das Final-8-Turnier der Fußballerinnen auszutragen, war die Verwunderung hinter vorgehaltener Hand im deutschen Frauenfußball groß. Zählte nicht Spanien zu den am meisten betroffenen Ländern der Pandemie?

Die damalige Skepsis wird durch die steigenden Infektionszahlen auf der Iberischen Halbinsel zwar genährt, doch die deutschen Teams müssen die offizielle Reisewarnung zum Turnierstart ausblenden, wenn die Viertelfinale angepfiffen werden, bei denen der VfL Wolfsburg heute auf den schottischen Außenseiter Glasgow City (18 Uhr/Sport 1), der FC Bayern auf den französischen Titelverteidiger und Topfavoriten Olympique Lyon (Samstag 20 Uhr/Sport 1) trifft.

"Natürlich verfolgen wir die Entwicklung genau, aber wir werden von der UEFA zu dieser Thematik bestens abgeholt und gehen davon aus, dass das Turnier wie geplant durchgeführt werden kann", sagt Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter beim VfL Wolfsburg. Nach seinem Dafürhalten gibt "es fast keinen sichereren Ort" als solch eine Veranstaltung, bei der beteiligte Personen getestet und die Kontakte zur Außenwelt streng kontrolliert und weitgehend minimiert werden. Bei Atletico Madrid wurden indes im Vorlauf fünf positive Corona-Fälle bekannt - und der Sieger des Duells Atletico gegen Barcelona würde im Halbfinale auf die Wolfsburgerinnen warten.

Der VfL-Tross ist bereits am Mittwoch im eigenen Charter ins Baskenland gereist. Dass die Double-Sieger aus der Autostadt sich in San Sebastian zu den Königinnen von Europa krönen möchten, formuliert Kellermann offensiv: "Wir wollen mit dem Champions-League-Pokal nach Hause kommen." Der 51-Jährige hat das Team 2013 und 2014 auf den Thron geführt, 2016 und 2018 gab es unglückliche Endspielniederlagen gegen Lyon.

Alle Klubs durften sechs neue Spielerinnen in der Kaderliste aufnehmen. Wolfsburg hat im Sommer die Nationalspielerinnen Lena Oberdorf (SGS Essen), Pauline Bremer (Manchester City) oder Kathrin Hendrich (Bayern) verpflichtet, der FC Bayern Lea Schüller und Marina Hegering (beide Essen) sowie Klara Bühl (Freiburg/Aufbautraining). Im Gegensatz zu den Männern ist es bei den Frauen erlaubt, auch die Neuzugänge einzusetzen. FRANK HELLMANN

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