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Die deutschen Handballfrauen freuen sich über einen Sieg in der WM-Vorbereitung. Am Donnerstag starten die Groener-Schützlinge gegen Tschechien in das XXL-Turnier.

Reise ins Ungewisse

(sid). Auf der knapp fünfstündigen Busfahrt von Madrid nach Valencia schalteten Emily Bölk und Co. endgültig in den WM-Modus. Die starken Leistungen bei einem Vorbereitungsturnier in der spanischen Hauptstadt machen den deutschen Handballerinnen von Bundestrainer Henk Groener Mut und wecken Hoffnung.

»Es ist schon richtig viel WM-Feeling dabei«, sagte Außenspielerin Antje Lauenroth nach der Ankunft in Valencia. Coach Groener verordnete seinem Team noch am Montag trainingsfrei. Nach dem Bezug des Hotels stand ausschließlich Regeneration im Mittelpunkt. »Alle freuen sich, wenn es am Donnerstag losgeht«, so Lauenroth.

Eine offizielle Zielsetzung oder gar Verbandsvorgabe gibt es kurz vor dem Start des XXL-Turniers nicht. »Ich werde Ihnen keine Platzierung nennen, die Sie so gerne hören würden«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer - und wandte damit eine neue Kommunikationsstrategie an. Denn der Deutsche Handball-Bund (DHB) versucht in diesem Jahr spürbar, den Druck von seinem jungen Team zu nehmen. Viertelfinale? Halbfinale? Oder gar eine Medaille? All das wäre schön und nach den vielen Enttäuschungen der Vergangenheit langsam mal Zeit. Es wird aber nicht gefordert. Zumindest nicht öffentlich.

Stattdessen werden vor dem ersten Vorrundenspiel am Donnerstag gegen Tschechien (18.00 Uhr/sportdeutschland.TV) immer wieder weiche Ziele wie »Konstanz«, »Kontinuität« oder »Kaltschnäuzigkeit« genannt. Auch vom mehr denn je im Fokus stehenden DHB-Coach Henk Groener. »Ich würde mich freuen, wenn wir unsere Leistung stabilisieren können«, sagte der Niederländer auf die Frage, was ein erfolgreiches Turnier für seine Mannschaft wäre.

Der 61-Jährige war 2018 nach der enttäuschenden Heim-WM zum DHB gestoßen und hatte einen klaren Auftrag. Schritt für Schritt wolle man sich »in Richtung der Weltspitze entwickeln und mittelfristig ganz oben angreifen«, sagte Kromer damals.

Für ganz oben hat es bislang allerdings nicht gereicht. Die Leistungen bei den drei Turnieren unter Groeners Regie zeigen zwar rein vom Ergebnis einen Aufwärtstrend, aber beinhalten in erster Linie verpasste Chancen wie die leichtfertig verspielte Olympia-Teilnahme 2020 in Tokio. Zu den ersehnten Medaillenspielen fehlte am Ende immer der entscheidende Schritt.

Die Auslosung des Mega-Turniers mit erstmals 32 Mannschaften hat für das deutsche Team lösbare Aufgaben vorgesehen. Die rein europäisch besetzte Vorrundengruppe E mit den Tschechinnen, der Slowakei (Samstag, 18 Uhr) und Ungarn (6. Dezember/20.30 Uhr) in Lliria scheint sogar etwas anspruchsvoller als eine mögliche Hauptrunde, wo drei Teams der Gruppe F mit Rekordeuropameister Dänemark, Südkorea, Tunesien oder der Republik Kongo warten würden. Anschließend winkt dem deutschen Team das Viertelfinale.

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