Reformen geplant

  • vonDPA
    schließen

(dpa). Die Enthüllungen um psychische Gewalt am Olympia-Stützpunkt Sachsen sollen weitreichende Konsequenzen für das deutsche Turnen haben. Nach einer Untersuchung der Vorwürfe verlangt der Deutsche Turner-Bund nicht nur die Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Chemnitzer Trainerin Gabriele Frehse, sondern will auch Strukturreformen einleiten. »Wir müssen uns als Gesellschaft die Frage stellen, welchen Spitzensport wollen wir überhaupt«, sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl.

»Der Vorstand des OSP setzt sich mit den neu gewonnenen Erkenntnissen auseinander und beschließt in Kürze das weitere Vorgehen. Das beinhaltet insbesondere den Umgang mit der angestellten Trainerin Gabriele Frehse«, heißt es in einer Stellungnahme.

Eine vom DTB beauftragte Frankfurter Kanzlei hatte bei ihren Ermittlungen zu den vom »Spiegel« enthüllten Vorfällen »schwerwiegende Pflichtverletzungen« am OSP Sachsen festgestellt. Mehrere Sportlerinnen wie die frühere Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer hatten Trainerin Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Die Trainerin bestritt mehrfach diese Vorwürfe. Dagegen kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass »in 17 Fällen hinreichende tatsächliche Anhaltspunkte für die Anwendung psychischer Gewalt durch die Trainerin vorliegen«.

Unter anderem will der Verband nun auf internationaler Ebene darauf hinwirken, das Startalter für Wettkämpfe im Seniorenbereich von derzeit 16 auf 18 Jahre zu erhöhen. Auch das Wertungssystem solle mehr Rücksicht etwa auf Wachstumsprozesse bei Kindern nehmen. Wenn etwa weniger Schrauben und Salti bei den Junioren zulässig sind, sinke auch die Trainingsbelastung, so die Argumentation.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare