Deutscher Fußball-Bund

Reformdruck wird größer

  • VonSID
    schließen

(sid). Die eingeforderten Reformen und versprochenen Aufräumarbeiten gestatten den Interimsbossen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) keine Verschnaufpause. Der steigende Druck durch die Frauenpower-Bewegung, die Aufarbeitung der vergangenen Chaos-Monate sowie die offenen Personalfragen halten den Verband in Atem.

Dass die Krise nach dem Rücktritt des gescheiterten Präsidenten Fritz Keller längst nicht überstanden ist, durfte sich der DFB sogar von Gianni Infantino versichern lassen. »Nicht glücklich« sei die FIFA derzeit mit ihrem größten Mitgliedsverband, gab der Präsident des Weltverbands zu Protokoll. Und da sich Infantino mit Krisen bestens auskennt, hatte er auch einen Rat parat: »Wenn man immer versucht, Kompromisslösungen zu finden, funktioniert das vielleicht nicht immer.«

Tatsächlich scheint die Zeit der Kompromisse vorbei zu sein. Eine Runderneuerung mit anderen Führungskräften und einer anderer Kultur muss her. Das fordert jedenfalls die Galionsfigur der Frauen-Initiative. »Erneuerung kann nicht mit Menschen stattfinden, die die Probleme erschaffen haben«, sagte Katja Kraus im ZDF. Der DFB, der bis zu einem vorgezogenen Bundestag Anfang des kommenden Jahres interimsmäßig von den beiden ersten Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters geführt werden soll, brauche einen radikalen Neuanfang mit »neuen Menschen«, führte die 50-Jährige aus. Sie stehe mit ihrer Gruppe bereit, um »Verantwortung« für den deutschen Fußball zu übernehmen. Das habe aber »nichts mit Ämtern zu tun« - ganz im Gegenteil. »Ich strebe kein Amt an«, stellte die als Präsidentschaftskandidatin gehandelte Kraus klar: »Wir dürfen nicht wieder dem gleichen Reflex nachgehen, über Namen zu reden.« Es gehe der Gruppe um Veränderung. In einem Positionspapier fordern die neun Frauen unter anderem eine Frauenquote von 30 Prozent in Führungspositionen.

Immerhin scheint der DFB die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Das lässt die jüngste Erklärung hoffen, die als transparenteste Stellungnahme des Verbandes der jüngsten Vergangenheit eingeordnet werden kann. Darin wurden alle offenen Baustellen angesprochen, es wurde Aufklärung und Besserung gelobt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare