Mit Rebic und Rode zur Sensation?

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Eintracht Frankfurt hat den Glauben an den Einzug in das Endspiel der Europa League nicht verloren. Auch nach dem 1:6-Debakel bei Bayer Leverkusen nicht. Nach dem 1:1 im Halbfinal-Hinspiel stehen die Hessen am Donnerstag beim FC Chelsea aber vor einer Herkulesaufgabe.

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter demonstrierte nach der historischen 1:6-Niederlage in Leverkusen einen Tag vor dem wichtigsten Spiel in der Clubgeschichte seit 39 Jahren große Zuversicht. "Wir haben versucht, die Klatsche schnell zu verarbeiten", sagte er vor dem Halbfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL/DAZN) beim FC Chelsea. Und mit Blick auf den 4:0-Sensationscoup des FC Liverpool gegen den FC Barcelona fügte er hinzu: "Vielleicht gelingt uns ja das Wunder von der Stamford Bridge. Um das Wunder zu vollbringen, müssen wir aber ein perfektes Spiel machen, Chelsea in Schach halten und ein Tor schießen", betonte Hütter. Im Hinspiel hatte der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga ein 1:1 erreicht.

Die große Frage nach der Demontage durch Bayer 04 am vergangenen Sonntag ist, ob sich die zuletzt desolaten und müden Frankfurter aufbäumen und dem englischen Premier-League-Schwergewicht Paroli bieten können. "Wir müssen uns rausfighten", forderte Bobic und mühte sich, seinen angeknockten Bundesliga-Profis wieder Selbstvertrauen einzuimpfen: "Das Schöne und Romantische im Fußball ist, dass dann wieder Tage möglich sind, mit denen keiner rechnet."

Mit der Heftigkeit und Höhe der Pleite in Leverkusen hat keiner gerechnet, aus dem Nichts kam sie im Duell mit dem Rivalen um einen Champions-League Platz nicht: Nur zwei Punkte und 3:10 Tore aus vier Liga-Spielen ohne Sieg lautete die jüngste Bilanz. "Es war erst die zweite Niederlage in diesem Jahr", betonte Bobic. "Aufstehen, das ist eine Stärke, die wir haben."

"Ich bin überzeugt, dass wir wieder aufstehen und am Donnerstag ein anderes Gesicht zeigen werden", meinte auch Eintracht-Chefcoach Adi Hütter nach schon 47 kräftezehrenden Pflichtspielen. "Wir werden die Köpfe wieder frei haben." Dies muss auch der Österreicher selbst beweisen. Nachdem er mit einer falschen, extrem defensiven Taktik gegen Bayer sein Team erstmals vercoacht hat, wird seine Strategie bei den "Blues" um Weltstar Eden Hazard besonders begutachtet werden.

Um den Einzug ins Finale am 29. Mai in Baku/Aserbaidschan zu schaffen, muss die SGE schließlich gegen den Europa-League-Sieger von 2013 gewinnen. Jeder Sieg würde reichen, auch jedes Remis ab 2:2. An Zuspruch, dass dies gelingt, fehlt es den Hessen nicht. Der Neu-Leverkusener und Ex-Frankfurter Torwart Lukas Hradecky wünschte nach dem 6:1 seinen Ex-Kollegen, dass sie die Köpfe nicht hängen lassen und "jetzt Chelsea weghauen". Frankfurts früherer Trainer Dragoslav Stepanovic glaubt fest, "die Eintracht kommt weiter", auch dass sie zwei Tore schießen könne - und dafür sei Jung-Stürmerstar Luka Jovic zuständig.

Immerhin wird neben dem Serben Jovic, dem Torschützen im Hinspiel, der kroatische Vizeweltmeister Ante Rebic wieder mit angreifen. "Seine Schnelligkeit und Wucht werden uns guttun", meinte Hütter. Nicht ausgeschlossen ist, dass auch Sebastien Haller nach langer Verletzungspause sein Comeback gibt. In die Startelf dürfte Mittelfeldmotor Sebastian Rode zurückkehren. Er erlitt im ersten Chelsea-Spiel einige Blessuren und fehlte in Leverkusen.

"Wir wollen diesen Wettbewerb gewinnen. Wir haben es verdient, einen Titel zu holen", sagte Chelsea-Trainer Maurizio Sarri am Mittwoch. Trotz des 1:1 im Hinspiel will der Italiener, der auf seinen französischen Weltmeister N’Golo Kante (Oberschenkelverletzung) verzichten muss, gegen die Eintracht "auf Sieg" spielen: "Das Ergebnis zu verwalten, wäre zu gefährlich. Frankfurt hat eine gefährliche Mannschaft. Das Team ist sehr dynamisch", äußerte Sarri,

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