Ein bislang einmaliger Vorgang, der ab 9. Mai Normalität werden könnte: Die Fußball-Bundesliga möchte mithilfe einer "Geisterunde" zurück in den Spielbetrieb. Das bislang letzte Bundesliga-Match am 11. März zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln war bereits gänzlich ohne Zuschauer ausgetragen worden. ARCHIVFOTO: DPA
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Ein bislang einmaliger Vorgang, der ab 9. Mai Normalität werden könnte: Die Fußball-Bundesliga möchte mithilfe einer "Geisterunde" zurück in den Spielbetrieb. Das bislang letzte Bundesliga-Match am 11. März zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln war bereits gänzlich ohne Zuschauer ausgetragen worden. ARCHIVFOTO: DPA

Re-Start schon ab 9. Mai?

  • vonSID
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UEFA und DFL tagen, der Fußball steht in dieser Woche vor entscheidenden Beschlüssen. Zumindest für die Bundesliga hat die deutsche Politik am späten Montagnachmittag die Tür ein Stück weiter geöffnet.

Der "Wiederanpfiff mit Augenmaß" steht bevor, zumindest in der Fußball-Bundesliga könnte der Ball in nicht mal drei Wochen schon wieder rollen: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und NRW-Regierungschef Armin Laschet haben am Montag ihre generelle Zustimmung für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 9. Mai signalisiert - ein schlüssiger Plan der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Coronavirus-Prävention vorausgesetzt. Aus Sicht des Profifußballs ist es ein ermutigender Start in die "Woche der Wahrheit" mit richtungsweisenden Sitzungen von DFL und UEFA.

"Mit dem Gesamtkonzept sind Geisterspiele sicher wieder möglich", sagte CDU-Politiker Spahn bei "Bild Live": "Entscheidend ist, dass so das Infektionsrisiko minimiert wird. Das wäre für Millionen Fußballfans ab dem 9. Mai dann wieder ein Stück Normalität, wenn auch im leeren Stadion."

Auch für seinen Parteikollegen Laschet ist es "Voraussetzung, dass es ein durchdachtes Konzept gibt. Das, was die DFL in diesen Tagen vorgelegt hat, lässt erkennen, dass es Schutzvorkehrungen gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir zum Zustand der Geisterspiele zurückkehren können." CSU-Politiker Söder gab derweil zu, dass es sich um eine "Gratwanderung" handele: "Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht überdrehen oder leichtfertig sind." Jedoch sei es "denkbar, dass wir vielleicht ab dem 9. Mai frühestens eine solche Geisterrunde spielen können."

Blick auf die Zahlen

Doch Vorsicht: Die Aussagen der drei Top-Politiker sind wohl "nur" eine Status-quo-Beurteilung. Die Blicke der Fußball-Bosse werden auch in den kommenden Tagen stets auf die neuesten Pandemie-Zahlen gerichtet sein. Denn klar ist: Die Politik gibt nur dann final grünes Licht, wenn die Kurve weiter abflacht.

"In dieser Woche werden wichtige Weichen gestellt, wie es in den ersten drei Profiligen in Deutschland weitergeht", schrieb DFB-Präsident Fritz Keller im "kicker". Doch noch bevor die DFL am Donnerstag auf ihrer virtuellen Mitgliederversammlung über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs berät, schalten sich am Dienstag die Generalsekretäre der 55 Mitgliedsländer der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zusammen. Tags darauf werden die europäischen Ligen und die Klubvereinigung ECA angehört. Eigentlich waren für diese beiden Tage einmal die Halbfinalspiele im DFB-Pokal vorgesehen gewesen.

Geld geht vor

Der Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga ist wegen der Corona-Pandemie seit dem 12. März und damit erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt. DFB-Boss Keller verspricht: "Der Profifußball wird bereit sein, sobald die Behörden grünes Licht geben."

Wie die DFL bedauert auch der DFB den avisierten Zuschauerausschluss, die wirtschaftlichen Erwägungen hätten jedoch Vorrang. Eine "Sonderrolle" für den Fußball werde es nicht geben. Keller garantierte, dass die Wiederaufnahme "nicht zulasten des Gesundheitssystems gehen wird". Trotz Tausender Corona-Tests würden an anderer Stelle keine Kapazitäten fehlen.

Die anderen europäischen Top-Ligen sind noch nicht ganz so weit. Die englische Premier League hofft ebenso auf Spiele spätestens in der zweiten Juni-Hälfte wie Spaniens Primera Division oder die Serie A in Italien. Dabei sollten die Ligen nach dem Wunsch der UEFA ursprünglich bis Ende Juli fertig sein, um dann die Europa und Champions League zuende spielen zu können. Nun aber sagte UEFA-Boss Aleksander Ceferin dem Corriere della Sera, notfalls könne auch parallel gespielt werden.

Das ideale Szenario sieht jedoch vor, dass die Europa League am 2./3. bzw. 6. August das Achtelfinale wieder aufnimmt, gefolgt von der Runde der letzten 16 in der Königsklasse am 7./8. August. Danach würde alle drei Tage gespielt - bis zu den Finals am 27. und 29. August in Danzig (EL) bzw. Istanbul (CL). Im September könnte es laut Ceferin Länderspiele geben, der Start der Saison 2020/21 würde in der Champions League auf 20. Oktober verlegt.

Das Problem für die unterbrochene Spielzeit: Die UEFA benötigt nicht nur das Okay einer nationalen Regierung - sondern von gleich 13 Ländern. So viele sind noch im Europa-Cup vertreten oder wie Polen mit Danzig als Ausrichter eines Endspiels dabei.

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