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Raue Töne vor Pokalkampf

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Die Absage des Bundes- liga-Sonntagspiels zwischen Bremen und Frankfurt überschattet auch die DFB-Pokal-Partie der beiden Klubs heute. Werder-Coach Kohfeldt erhofft sich aus der Ver- ärgerung darüber eine Extra-Motivation. Sein Eintracht- Kollege Hütter reagiert deutlich.

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter ist ein höflicher und freundlicher Mensch. Auf die Aussage seines Kollegen Florian Kohfeldt, dass sich Werder Bremen für das Viertelfinalspiel im DFB-Pokal am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) durch die Absage der Sonntagspartie gegen die Hessen besonders motiviert fühlt, reagierte er jedoch ungewohnt verärgert. "Grundsätzlich braucht man in einem Viertelfinale des DFB-Pokals von außen keinen Motivationsschub", sagte Hütter am Dienstag. Er wünsche sich, dass man in Bremen "empathischer denken" würde. Hütter verwies auf die Belastung durch die Europa-League-Spiele der Frankfurter und darauf, dass seine Mannschaft ohne das verschobene Spiel nur zwei Tage Ruhe gehabt hätte nach dem internationalen Auftritt in Salzburg. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte das Bremer Heimspiel gegen Frankfurt auf einen noch nicht bekannten Zeitpunkt verlegt, weil zuvor das Europa-League-Rückspiel der Eintracht bei Red Bull Salzburg wegen einer Orkanwarnung von Donnerstag auf Freitag verschoben worden war.

Dass diese Bockigkeit der Hanseaten nun die Frankfurter extra anspornen könnte, "die Chance, einen großen Schritt in Richtung Berlin zu machen und einen ähnlichen Weg wie 2018 zu gehen" (Hütter), energischer anzugehen, ist nicht ausgeschlossen. "Das ist unser klares Ziel", bekräftigte der Coach. Schließlich hat die Eintracht über den Einzug ins Finale oder sogar des sechsten Gewinns des DFB-Pokals die große Chance, wieder in die geliebte Europa League zurückzukehren. In der Bundesliga liegt der Tabellenzwölfte derzeit acht Punkte von einem Europacuprang entfernt.

Abgesehen von der Wut im Bauch, mit der die Bremer anreisen, bescheinigte Hütter dem Bundesliga 17. zudem "große Qualität". Immerhin ist der Klub von der Weser mit sechs Gewinnen im DFB-Pokal nach dem FC Bayern der erfolgreichste in diesem Wettbewerb. Wie schon beim Achtelfinal-Coup gegen Borussia Dortmund wollen die Norddeutschen, bei denen Abwehrchef Kevin Vogt sein Comeback geben wird, ihre großen Ligasorgen für einen Abend vergessen und wie schon im vergangenen Jahr ins Halbfinale einziehen.

Die Frankfurter gehen nach dem Einzug ins Achtelfinale der Europa League mit gestärktem Selbstbewusstsein in das Pokalspiel, das mit 51 500 Zuschauern ausverkauft ist. "Aktuell geht es Schlag auf Schlag. Ich denke, das sind jetzt die Früchte, die wir ernten", meinte Eintracht-Neuzugang Stefan Ilsanker. "Es ist natürlich ein extrem wichtiges Spiel für uns, das alles andere als einfach wird." Bremen stehe mit dem Rücken zur Wand. "Aber wir wollen natürlich wieder ins Pokalfinale", sagte er. Zuletzt hatten die Hessen 2017 und 2018 das Endspiel in Berlin erreicht.

Personell kann Hütter "aus dem Vollen schöpfen", wie er sagte. Die zuletzt angeschlagenen David Abraham und Mijat Gacinovic haben Teile des Trainings am Montag mitgemacht. Auch der Langzeitverletzte Lucas Torró kann wieder alle Übungen bestreiten. Sorgenkind ist Torjäger Bas Dost. Der Niederländer musste zuletzt immer wieder pausieren. Momentan laboriert er an Adduktorenproblemen.

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