Der Anführer: Cristiano Ronaldo (r.) ist auch beim Jubeln schneller als seine Kollegen. FOTO: AFP
+
Der Anführer: Cristiano Ronaldo (r.) ist auch beim Jubeln schneller als seine Kollegen. FOTO: AFP

Rasierschaum statt Bier

  • vonSID
    schließen

(sid). Halb nackt tanzte Cristiano Ronaldo durch die Kabine, Trainer Maurizio Sarri genoss die "Zigarette danach" und versank dabei fast im Rasierschaum - Feierroutine kam bei Juventus Turin auch nach dem neunten Titel in Serie nicht auf, im Gegenteil: Inmitten von nach wie vor schwierigen Corona-Zeiten in Italien war die 36. Meisterschaft für die Profis des Rekordchampions kein Erfolg wie jeder andere.

"Dieser Titel ist allen Juve-Tifosi gewidmet, vor allem jenen, die wegen dieser Pandemie gelitten haben und immer noch leiden", verkündete Ronaldo via Instagram nach dem entscheidenden 2:0-Heimsieg gegen Sampdoria Genua.

Die Juve-Fans folgten dann auch der Bitte des Klubs, sicherheitshalber zu Hause zu feiern. Der Turiner Hauptplatz San Carlo blieb weitgehend leer. Nur vereinzelt und mit Abstand wurden Vereinsfahnen geschwenkt.

Notdürftig gereinigt, lobte Coach Sarri sein Team vor allem für dessen Siegeswillen. "Für eine Mannschaft, die an Erfolge gewöhnt ist, ist es nicht einfach, die Motivation zu finden", sagte der 61-Jährige und ergänzte: "Juve hat auch in dieser schwierigen Zeit bewiesen, ein europäischer Topklub zu sein."

Doch diesen Status muss die Alte Dame schon sehr bald bestätigen. Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am 7. August gegen Olympique Lyon gilt es, die 0:1-Hinspielniederlage wieder wettzumachen. Denn der letzte Triumph in der Königsklasse ist mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert her.

Zumindest den italienischen Medien erscheint eine Wiederholung dieses Erfolges noch im August eher unwahrscheinlich. "Ohne Ronaldo wäre das wacklige Juve-Imperium zusammengebrochen. Er hat sich bei vielen Gelegenheiten als entscheidend erwiesen, die Mannschaft ist von ihm abhängig", analysierte die Turiner Sporttageszeitung "Tuttosport".

Tatsächlich hat sich der mittlerweile 35 Jahre alte Superstar immer wieder als nahezu unersetzlich gezeigt. 31 Tore und sechs Assists steuerte der Portugiese zum erneuten Titelgewinn bei.

Und in den letzten beiden Partien der Serie A könnte CR7 sogar noch einen Uraltvereinsrekord brechen: 1934/35 gelangen Felice Borel 32 Treffer in einer Saison für den Traditionsklub. Die vorzeitige Egalisierung verpasste der dreimalige Weltfußballer, als er gegen Genua in der 89. Minute mit einem Foulelfmeter nur die Querlatte traf. Es war Ronaldos erster vergebener Strafstoß in dieser Spielzeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare