Die Profis des FC Barcelona um Superstar Lionel Messi haben einem Gehaltsverzicht von 70 Prozent zugestimmt. FOTO: DPA
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Die Profis des FC Barcelona um Superstar Lionel Messi haben einem Gehaltsverzicht von 70 Prozent zugestimmt. FOTO: DPA

Von 70 Prozent bis gar nichts

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(dpa). Als erste Profimannschaft in Deutschland verkündete Borussia Mönchengladbach wegen der Corona-Krise schon Mitte März einen Verzicht auf Teile des Gehalts. Beim Rekordmeister Bayern München verzichten die Spieler zunächst bis Ende April auf 20 Prozent ihres Lohns. Andere Bundesligisten wie Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Eintracht Frankfurt ergriffen ähnliche Maßnahmen oder befinden sich dazu in Gesprächen mit den Profis. In anderen europäischen Ligen tun sich die Beteiligten offenbar etwas schwerer.

England: Nur drei der 20 Vereine aus der englischen Premier League erzielten mit ihren Profis bis Montag eine Einigung über einen Gehaltsverzicht. Nur der FC Arsenal einigte ich mit seinen Profis auf einen Gehaltsverzicht - zumindest vorerst: Das Team um den deutschen Ex-Nationalspieler Mesut Özil, Trainer Mikel Arteta und dessen Assistenten verzichten demnach freiwillig auf eine Summe, die 12,5 Prozent ihres gesamten Jahresgehalts entspricht. Sollte der Club bestimmte sportliche Ziele erreichen, würden den Spielern abgesprochene Beträge zurückgezahlt. Voraussetzung für die Vereinbarung ist aber, dass die Saison 2019/20 zu Ende gespielt wird und die vollen TV-Gelder gezahlt werden, hieß es weiter.

Zuvor hatten sich bereits der FC Southampton und West Ham United mit ihren Spielern auf einen Gehaltsaufschub geeinigt. Bei Topclubs wie Manchester City oder Chelsea verliefen die Verhandlungen laut Medienberichten bislang zäh. City-Trainer Pep Guardiola sei verärgert über die Einstellung mancher Spieler, schrieb der "Mirror".

Viele Fußballprofis aus der Premier League sollen grundsätzlich ihre Bereitschaft zu einem Gehaltsverzicht geäußert haben, eine ligaweite Lösung gelang trotzdem nicht. Das sorgte bei Medien, Fans und Politikern für Unverständnis und Verärgerung. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock forderte die Profis offen auf, Kürzungen zu akzeptieren. Die Spielergewerkschaft PFA lehnt eine generelle Regel ab und warnte davor, dass bei einem Gehaltsverzicht Steuereinnahmen ausblieben, die auch dem Gesundheitssystem fehlen würden. Die PFA forderte außerdem die Vereine auf, zunächst ihre finanzielle Situation offenzulegen, um sicherzustellen, dass nicht reiche Clubbesitzer von einem Verzicht profitierten.

Spanien: In Spanien haben unter anderen die Profis vom Meister FC Barcelona um Lionel Messi einen vorübergehenden Gehaltsverzicht von 70 Prozent akzeptiert. Der Spitzenklub, bei dem auch der deutsche Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen unter Vertrag steht, werde dadurch 14 Millionen Euro im Monat sparen, verriet Präsident Josep Bartomeu in einem Interview. Messi widersprach Berichten, wonach sich die Spieler dem Schritt lange widersetzt hätten. Anfang April zogen die Profis von Atlético Madrid nach, die ebenfalls einer Gehaltskürzung um 70 Prozent zustimmten.

Zuletzt kündigte auch Rekordmeister Real Madrid eine Reduzierung der Gehälter an, jedoch nur von zehn Prozent. Sollte die Saison 2019/20 abgebrochen werden, würde die Kürzung bei 20 Prozent liegen, teilte der Verein mit.

Italien: In der Seria A einigte sich Rekordmeister Juventus Turin als erster Klub mit seinen Profis offiziell auf einen Gehaltsverzicht. Der Verein vereinbarte mit den Spielern um Superstar Cristiano Ronaldo und dem deutschen Ex-Weltmeister Sami Khedira eine Kürzung der Bezüge in einem Umfang, der den Gehältern für März, April, Mai und Juni entspricht. Am Wochenende zog AS Rom nach. Auch die Römer verzichten auf den Lohn von vier Monaten. Zudem bezahlen Spieler und Trainer der Roma die Differenz des eigentlich gekürzten Gehalts der Klubangestellten, die wegen der Krise staatliche Unterstützung beziehen. Für den Rest der Liga hatte die Serie A schon Anfang April erklärt, die Profis sollten in der Corona-Krise auf ein Drittel ihres Einkommens verzichten, falls die Saison komplett ausfällt. Sollte der Spielbetrieb wiederaufgenommen werden, sollten die Einkommen um zwei Monatsgehälter reduziert werden. Umberto Calcagno, Vizepräsident der Spielergewerkschaft AIC, sagte, alle Spieler seien zu Einschnitten bereit, Gespräche dazu liefen.

Frankreich: Frankreichs Profifußball-Verbände einigten sich laut Medienberichten auf eine vorübergehende Lohnkürzung. Demnach sah das Abkommen eine stufenweise Lohnkürzung vor, bis die ausgesetzten Gelder für Fernsehübertragungen wieder fließen. Es handle sich dabei um eine "ausgewogene Einigung", wurde der Vizepräsident der französischen Spielergewerkschaft UNFP, Sylvain Kastendeuch, zitiert. So sollen etwa Spieler der League 1 mit einem Einkommen zwischen 10 000 und 20 000 Euro für den März teilweise und für den April 20 Prozent weniger Lohn erhalten, berichtete die Tageszeitung "Ouest-France". Spieler mit einem Einkommen von mehr als 100 000 Euro pro Monat sollten auf die Hälfte des Gehaltes verzichten - das würde dann auch Weltstars wie Neymar (Paris Saint-Germain) betreffen. Bei der Vereinbarung handelte es sich jedoch nur um eine Empfehlung. Niemand könne gezwungen werden, sich daran zu halten, hatte UNFP-Chef Philippe Piat schon Anfang April betont.

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