+

Premier Johnson macht Silverstone Hoffnung

  • vonDPA
    schließen

Klar, die Handgriffe saßen nicht perfekt, aber Boris Johnson hatte trotzdem seinen Spaß. 16,5 Sekunden benötigte der britische Premierminister im Vorjahr, um an einem Formel-1-Rennwagen den Vorderreifen zu wechseln. Und vielleicht war das ja auch der Moment, in dem Johnson seine Zuneigung für das PS-Spektakel entdeckte. Jedenfalls erklärte der Regierungschef jetzt den Klassiker in Silverstone, das Heimrennen von Weltmeister Lewis Hamilton, in der Corona-Krise zur Chefsache.

"Macht, dass die Formel 1 stattfindet", soll Johnson in einer Kabinettssitzung gesagt haben. Der 55-Jährige setzt sich nach einem Bericht der Zeitung The Times persönlich dafür ein, dass der geplante Doppelschlag in Silverstone wie erhofft stattfindet - und das trotz der verschärften Quarantäne-Maßnahmen auf der Insel. Eigentlich hat die britische Regierung bei einer Einreise ab dem 8. Juni eine 14-tägige Quarantäne festgelegt. Eine Anordnung, die eine Vollbremsung für die Formel-1-Pläne bedeuten würde.

Doch die Regierung sei sich "bewusst, dass im Sommer eine Reihe hochkarätiger internationaler Sportveranstaltungen stattfinden wird", wie die BBC eine Quelle zitiert. Die Tür sei "nicht geschlossen". Und so wachsen wohl auch bei Formel-1-Boss Chase Carey wieder die Hoffnungen, dass sein kniffliges Kalender-Puzzle ein bisschen Form annehmen kann.

Die Pläne des Managers sehen vor, dass Hamilton, Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. nach dem angestrebten WM-Auftakt in Österreich (5. und 12. Juli) im Anschluss direkt die Geisterrennen drei und vier in Silverstone fahren. Dafür könnte Johnson eine Ausnahmegenehmigung bei den Quarantäne-Regeln erlassen. Laut Streckenchef Stuart Pringle sei der Traditionskurs in den Midlands für den Fall der Fälle aber flexibel.

"Wir haben unsere ursprünglichen Termine, aber auch im August haben wir eine gewisse Flexibilität. Ich glaube nicht, dass es ein Problem sein wird, Termine für zwei Rennen zu finden", sagte Pringle bei Sky Sports UK: "Was wir brauchen, ist grünes Licht von der Regierung - und das wird Zeit brauchen. Die Formel 1 als Meisterschaft braucht diese Ausnahmeregelung."

Während in England weiter nach einer Lösung gesucht wird, kann die Formel 1in Österreich bald auf eine Freigabe hoffen. "Wir haben das Konzept der Veranstaltergemeinschaft zum Doppel-Grand-Prix erhalten", so Gesundheitsminister Rudolf Anschober: "Wir wollen versuchen, das zeitnah zu entscheiden." Noch immer konnte Carey seinen abgespeckten Rennkalender nicht veröffentlichen, die weltweite Ausbreitung des Coronavirus bringt zu viele Unsicherheiten mit sich. Sieben der zehn Teams unterhalten Fabriken in der Nähe von Silverstone. Ein Ersatzkandidat für die Traditionsstrecke wäre der Hockenheimring. (sid/Foto: dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare