Leipzigs Emil Forsberg will im Champions-League-Viertelfinale gegen Atletico Madrid den Werner-Wechsel als eigene Chance nutzen. FOTO: DPA
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Leipzigs Emil Forsberg will im Champions-League-Viertelfinale gegen Atletico Madrid den Werner-Wechsel als eigene Chance nutzen. FOTO: DPA

Mit Power ins Spiel

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Im Herzen Lissabons gibt es derzeit mehr Werbeplakate mit Marcel Halstenberg als mit Cristiano Ronaldo. RB Leipzig ist im Gegensatz zu Portugals Megastar beim Königsklassen- Blitzturnier dabei. Als erste Aufgabe muss das größte Abwehr-Bollwerk Europas überwunden werden.

Julian Nagelsmann war vor dem wichtigsten Spiel seiner Karriere zum Scherzen aufgelegt. Seine Aufstellung gegen Atlético Madrid werde er nach der Zahl der Nutella-Brote entscheiden, die seine Spieler zum Frühstück verdrückten. Die große W-Frage für die "Missão Final" beantwortete er aber mit ernstem Gesichtsausdruck nur ausweichend. Wie ist der nach England abgewanderte Torgarant Timo Werner ausgerechnet gegen Europas stärkstes Abwehr-Bollwerk zu ersetzen? "Es wird ein fähiger Spieler sein, der Profi von RB Leipzig ist", sagte Nagelsmann. Die Sturmvariante bleibt somit weiter sein Geheimnis. "Ich habe schon eine Idee im Kopf, aber ich werde sie nicht preisgeben", sagte er vor der Partie am Donnerstag (21 Uhr/Sky und DAZN) in Lissabon.

Durch nichts und niemanden will sich Nagelsmann vor der auch für RB Leipzig mit Abstand bislang wichtigsten Partie ablenken lassen. Weder der Werner-Wechsel zum FC Chelsea noch die Corona-Fälle bei Gegner Atlético sollen die Sachsen bei der Chance auf einen historischen Königsklassen-Coup vom Kurs abbringen. Die lockeren Sprüche waren möglicherweise nur Fassade. "Es geht um die Frische, die nötige Gier zu entwickeln und mit Power ins Spiel zu gehen", forderte Nagelsmann.

Als Blaupause dient Nagelsmann die erfolgreich bestandene internationale Reifeprüfung gegen Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur, der kurz vor der Corona-Zwangspause im Frühjahr im Achtelfinale entzaubert wurde. Allerdings noch mit Werner als Torschütze. "Die Herangehensweise ist nicht anders als gegen Tottenham. Da wollten wir beide Spiele gewinnen, das haben wir getan. Jetzt wollen wir das eine Spiel gewinnen und so werden wir auch rangehen", sagte Nagelsmann forsch.

Die Siege gegen die Spurs (1:0/3:0) waren auch für Nagelsmann ein Renommee-Gewinn im Trainer-Duell mit dem großen José Mourinho. Nun geht es für den mit 33 Jahren jüngsten Coach im Viertelfinal-Feld gegen die kampferprobte Auswahl von Trainer-Einpeitscher Diego Simeone.

Im Éstadio José Alvalade, wo Deutschland bei der Fußball-EM 2004 früh scheiterte, bedarf es besonnener Tugenden. Das weiß der RB-Coach. "Ich habe schon betont, dass es ein Geduldsthema werden wird. Man kann nicht alles nach vorne werfen und blind draufrennen. Wenn der Gegner ein 1:0 hat, wird es noch ekliger", warnte Nagelsmann.

Für den Werner-Ersatzplan hängt viel vom Gesundheitszustand der verbliebenen Stürmer Yussuf Poulsen und Patrik Schick ab, die nach Knöchelverletzung und Rückenproblemen um ihre Fitness kämpfen. Poulsen hat einen kleinen Vorsprung. Ob Schick fit wird, ließ Nagelsmann am Mittwochabend noch offen.

Der wiedererstarkte Mittelfeldmann Emil Forsberg sagt. "Viele meiner Mitspieler sind bereit, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Warum also nicht jetzt? Ihnen bietet sich durch Timos Abschied eine große Chance, sich jetzt noch mehr in den Fokus zu spielen und zu zeigen, dass sie das Zeug zum Leistungsträger haben."

Aufstellungen

Leipzig: Gulásci - Klostermann, Upamecano, Halstenberg - Mukiele, Sabitzer, Kampl, Angelino - Forsberg, Nkunku - Poulsen

Madrid: Oblak - Arias, Giménez, Felipe, Lodi - Thomas, Saúl, Koke, Marcos Llorente - Diego Costa, Joao Félix

SR.: Marciniak (Polen).

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