Trainer Peter Bosz (3. v. r.) steht mit Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen vor der Viertelfinal-Hürde Inter Mailand. FOTO: DPA
+
Trainer Peter Bosz (3. v. r.) steht mit Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen vor der Viertelfinal-Hürde Inter Mailand. FOTO: DPA

Das Potenzial nutzen

  • vonDPA
    schließen

Auf dem Weg in das Europa-League-Finale in Köln muss Bayer Leverkusen am Montag zunächst Inter Mailand schlagen. Bayer-Coach Bosz betrachtet das Conte-Team als starken Gegner. Vor seinem möglichen Wechsel nach England kommt Havertz eine Schlüsselrolle zu.

Das Vorgeplänkel ist vorbei, mit dem Start der Europa-League-Endrunde in Nordrhein-Westfalen sind Fehltritte nicht mehr erlaubt. Coronabedingt gibt es in der verkürzten Turnierform von nun an nur noch Endspiele. "Es ist hopp oder top. Wir schauen, dass wir in den Flow kommen, um vielleicht etwas Großes zu gewinnen", sagte Bayer Leverkusens Kapitän Lars Bender vor dem K.o.-Duell im Viertelfinale mit Inter Mailand am Montagabend (21 Uhr/RTL und DAZN) in Düsseldorf.

Bayers Blick geht Richtung Finale, das am 21. August ausgerechnet auf der anderen Rheinseite im Stadion des Rivalen 1. FC Köln stattfindet. Doch diese Kröte würde man schlucken. Denn der bislang einzige internationale Titel - im Vorgänger-Wettbewerb UEFA-Cup - gelang 1988 und liegt mehr als 32 Jahre zurück. Zwei Siege nur noch - und der Traum vom Finale daheim wäre realisiert.

Eine Schlüsselrolle beim nach dem Aus von Wolfsburg und Frankfurt einzig verbliebenen Bundesliga-Team kommt Kai Havertz vor seinem möglichen Wechsel nach England zum FC Chelsea London zu. Bayer-Coach Peter Bosz ist sich sicher, dass die andauernden Transferspekulationen den international begehrtesten deutschen Fußball-Nationalspieler in seinem Engagement und Leistungsvermögen nicht hemmen. "Kai ist konzentriert und sehr motiviert, er will Fußball spielen und mit uns etwas erreichen. Die Chance haben wir", sagte Bosz im Interview der "Bild am Sonntag" über den 21 Jahre alten Star der Werkself.

Havertz ließ sich bisher durch Berichte und Gerüchte nicht ablenken. Auch beim 1:0 im Achtefinal-Rückspiel gegen die Glasgow Rangers am vorigen Donnerstag in der BayArena zeigte er eine Klasse-Leistung, auch wenn er drei gute Torchancen ungenutzt ließ. Havertz kommt auch zu Gute, dass ihm seit Ausbruch der Corona-Pandemie wegen des Ausschlusses von Fans und dem spärlichen Medienkontakt großer Rummel erspart bleibt. Der Kreativspieler ist ohnehin niemand, der das Licht der Öffentlichkeit sucht. Stünde er nicht in Leverkusen unter Vertrag, wo das Medienaufkommen vergleichsweise überschaubar ist, sondern beim FC Bayern oder Borussia Dortmund, wäre der Wechselwirbel wohl ungleich größer.

Zudem zahlt es sich aus, dass Sportdirektor Simon Rolfes als auch Sport-Geschäftsführer Rudi Völler früh klarstellten, dass ein Wechsel von Havertz erst nach dem letzten Saisonspiel in Frage kommt. Gebetsmühlenartig wiederholt Völler dies und gibt Spekulationen für einen vorzeitigen Abgang von Havertz a la Timo Werner keinerlei Raum.

So zieht Havertz auch gegen Inter die Fäden. "Natürlich spielt Kai, das will er selbst ja auch. Ich bin da ein bisschen altmodisch: Für mich ist eine Saison erst dann vorbei, wenn alle Spiele absolviert sind. Vorher geht niemand weg", sagte Völler. Der 60-Jährige ist schon so lange im Geschäft, dass er bei der Wechsel-Frage entspannt bleibt und Unruhe im Team nicht zulässt. Die Sache sei "einigermaßen einfach", so Völler: "Er hat noch zwei Jahre Vertrag. Wenn jemand unsere Konditionen akzeptiert, ist das okay, sonst bleibt er noch ein Jahr . Es wird nicht einfach, aber für so einen Künstler gibt es keinen Covid-Rabatt." Im Raum steht eine Ablöse von 100 Millionen Euro.

Bosz kann sich ganz auf seine Traineraufgabe konzentrieren. Inter sei ein dicker Brocken, meinte der Niederländer, der Ajax Amsterdam vor drei Jahren ins Europa-League-Finale geführt hatte. "Wer Zweiter in Italien wird, kann nicht ganz so schlecht sein. Inter ist sicher einer der Turnier-Favoriten", sagte der 56-Jährige. "Aber natürlich wollen wir weiterkommen. Es ist ein K.o.-Spiel, alles ist möglich", sagte Bosz, der nur den gesperrten Charles Aránguiz ersetzen muss. Gelingt der Halbfinal-Einzug, trifft die Werkself eine Woche später in Düsseldorf auf den Sieger der Partie Schachtjor Donezk gegen FC Basel, die am Dienstag in Gelsenkirchen ausgetragen wird.

Auch Kevin Volland hat sich intensiv mit dem Team von Antonio Conte beschäftigt, das die Spanier aus Getafe mit 2:0 schlug. "Das ist schon eine bärenstarke Mannschaft", urteilt der Stürmer, aber: "Wir sind auch keine schlechte Truppe und haben das Potenzial, gegen einen solchen Gegner weiterzukommen."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare