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Wenig Arbeit, dennoch im Fokus: Bayerns Torwart Manuel Neuer (l. Benjamin Pavard) klärt beim 3:0 gegen Belgrads Milan Pavkov und wird hinterher in der Diskussion um die Nummer 1 im DFB-Team von seinen Bossen vehement verteidigt.

Polterabend für Neuer

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Das 3:0 zum Champions- League-Auftakt gegen Roter Stern Belgrad rückt bei Bayern München in den Hintergrund. In der Diskussion um die Nationaltorhüter Manuel Neuer und Marc- Andre ter Stegen attackieren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge den DFB. Leverkusen verarbeitet seinen krachenden Fehlstart.

Der Frontalangriff von Uli Hoeneß auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat bei Bayern München den Auftakt in die Champions League in den Hintergrund gedrängt. Der Präsident von Bayern München sorgte nach dem 3:0 (1:0) gegen Roter Stern Belgrad in der Debatte um die Nationaltorhüter Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen für eine neue Eskalationsstufe. Bei Bayer Leverkusen blieb es dagegen halbwegs ruhig - trotz eines krachenden Fehlstarts. Durch das 1:2 (1:2) gegen Lokomotive Moskau ist die Lage der Werkself in der Hammergruppe vor den Auswärtsspielen bei Juventus Turin (1. Oktober) und Atletico Madrid (22. Oktober) fast schon aussichtslos.

Bei den Bayern lief dagegen sportlich alles nach Plan. Nur: Es interessierte am Mittwochabend kaum jemanden - wegen Hoeneß. "Ich hätte mir auch vom DFB mehr Unterstützung erwartet. Wir kriegen ständig vom DFB Theater. Erst die unwürdige Ausbootung der drei Spieler, die schlecht behandelt wurden. Jetzt mit Manuel Neuer. Wir haben eine klare Meinung und werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler ohne Grund beschädigt werden", polterte der 67-Jährige.

Einmal im Abteilung-Attacke-Modus, legte Hoeneß in Richtung Verband und Bundestrainer Joachim Löw vehement nach: "Wir werden den Leuten schon mal ein bisschen Feuer geben. Das können wir." Zuvor hatte sich schon Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge von der abwartenden Haltung des DFB "irritiert" gezeigt: "Da wird nie so richtig Klartext gesprochen." Zumal Barcelonas seit Monaten überragender Torwart ter Stegen doch "überhaupt keinen Anspruch" habe, in der Nationalmannschaft zu spielen, wie Hoeneß befand. Da gebe es doch "gar keine Diskussion für irgendjemanden auf der Welt, dass Manuel Neuer in Deutschland im Tor steht. Er wird immer der Beste sein", betonte der scheidende Bayern-Präsident. Es schien, als sei die Attacke der Bayern-Bosse keineswegs spontan, sondern durchaus geplant gewesen.

Neuer selbst freute sich über die lautstarke Unterstützung: "Das ist immer gut." Ansonsten habe er aber keine Lust mehr, "Debatten zu führen. Ich will meinen Job erledigen und meinen Mannschaften als Kapitän helfen". Das war gegen Roter Stern kaum nötig, auch wenn die Bayern nach der Führung durch Kingsley Coman (34.) den 16. Auftaktsieg in Serie durch Robert Lewandowski (80.) und Müller (90.+1) erst spät herbeiführten.

"Wir können sehr zufrieden sein", sagte Trainer Niko Kovac, zumal immerhin Philippe Coutinho in einigen Szenen andeutete, dass er der erhoffte Spielgestalter sein kann. Kovac stellte ein "richtig gutes Spiel" des Brasilianers heraus. Coutinho gebe den Aktionen seiner Mannschaft "mit seiner Fußballintelligenz eine andere Dimension".

Einen wie Coutinho hätte Leverkusen dringend gebraucht. So blieb der Werkself nur Zweckoptimismus. "Dann müssen wir versuchen, in den nächsten Spielen zu punkten, wo es keiner erwartet", sagte Sportdirektor Simon Rolfes. Der Auftritt gegen Moskau mit dem Ex-Schalker Benedikt Höwedes, international alles andere als eine Übermannschaft, machte jedoch wenig Hoffnung, dass ausgerechnet gegen Juve oder Atletico ein Dreier gelingen könnte.

"Klar wird es jetzt schwieriger. Aber ich werde das Vertrauen in meine Mannschaft nie verlieren. Champions League ist halt kein Spaziergang im Park", meinte Torwart Lukas Hradecky, der mit seinem schweren Patzer vor dem 1:2 durch Dmitri Barinow (37.) entscheidend zur Auftaktpleite beigetragen hatte. "Bei solchen Fehlern ist es schwierig, ein solches Spiel zu gewinnen", betonte Trainer Peter Bosz, der in den nächsten vier Wochen auf Leon Bailey verzichten muss. Er erlitt einen Muskelfaserriss.

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