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Tour-Etappensieger Nils Politt hat ein neues Ziel - den Sieg bei »Paris-Roubaix«.

Politt: »Paris-Roubaix großes Ziel«

  • VonSID
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(sid). Sichtlich gelöst reihte sich Nils Politt an der Startlinie in Nimes in die erste Reihe ein. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht hielt der Kölner einen Tag nach seinem größten Karriereerfolg erst einen kurzen Smalltalk mit Sprintstar Mark Cavendish, dann rollte der Bora-Fahrer Seite an Seite mit dem Klassement-Führenden Tadej Pogacar in die 13.

Tour-Etappe hinein.

Wirklich verinnerlicht hatte Politt seinen beeindruckenden und überraschenden ersten Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt aber noch nicht. »Selbst in ein paar Monaten werde ich noch nicht realisiert haben, was gestern passiert ist«, sagte Politt, der am Abend mit seinen Teamkollegen noch die Sektkorken hatte knallen lassen.

Ganz besonders freute sich sein Kumpel Andre Greipel, der ihn im Ziel herzlichst umarmte und beglückwünschte. »Er lebt 500 m von mir entfernt. Wir trainieren jeden Tag zusammen«, sagte Greipel, der auf Rang sechs ins Ziel kam: »Ich habe gesehen, wie er als junger Fahrer gereift ist, habe ihn mit warmer Trainingskleidung versorgt. Man kann sich nicht genug für ihn freuen.«

Auch aus seiner Heimat Köln erreichten Politt zahlreiche Glückwünsche zu seinem Ausreißercoup. »Riesen Respekt«, schrieb unter anderem Moritz Müller, Kapitän der Eishockey-Nationalmannschaft, bei Instagram.

Am Ende betrug Politts Vorsprung auf die Rivalen Imanol Erviti (Spanien/Movistar) und Harry Sweeny (Australien/Lotto-Soudal), die er mit einer fulminanten Attacke zwölf Kilometer vor dem Ziel düpiert hatte, 31 Sekunden. »Als ich solo auf die Ziellinie zugefahren bin, war es unglaublich«, sagte Politt: »Es ist unglaublich. Es ist ein Traum, eine Etappe bei der Tour zu gewinnen.« Gestillt ist Politts Hunger nach dem erst zweiten Profierfolg aber nicht. Die Euphorie wich schnell dem Blick in die Zukunft und der Ausgabe neuer, großer Ziele. »Ich hoffe, dass ich so weitermachen kann wie hier bei der Tour. Roubaix im Oktober ist da natürlich ein großes Ziel«, betonte Politt.

Wie es sich anfühlt, beim Kopfsteinpflaster-Klassiker am Sieg zu schnuppern, weiß der Klassiker-Spezialist bereits. Bei der letzten Ausgabe 2019 wurde Politt Zweiter. Am 3. Oktober soll es dann zum Sieg reichen. 2019 hatte Politt bei Paris-Roubaix im Finale einer Zweiergruppe gegen den belgischen Ex-Weltmeister Philippe Gilbert den Kürzeren gezogen. Im Vorjahr war das Rennen wegen Corona ausgefallen, 2021 aus dem gleichen Grund vom Frühjahrstermin in den Herbst verlegt worden - dann will Politt zuschlagen.

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