Wout van Aert (vorn) und Mathieu van der Poel liefern sich ein packendes Finale bei der Flandern-Rundfahrt. AFP
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Wout van Aert (vorn) und Mathieu van der Poel liefern sich ein packendes Finale bei der Flandern-Rundfahrt. AFP

Van der Poel vor Van Aert

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(dpa). Gegen die Ausnahme-Radprofis Mathieu van der Poel und Wout van Aert war selbst der tapfere John Degenkolb chancenlos. Der deutsche Routinier belohnte sich nach starker Leistung zwar mit Rang neun bei der Flandern-Rundfahrt, das furiose Finale der knallharten Kopfsteinpflaster-Jagd konnte "Dege" trotzdem nur aus der Ferne beobachten. Der Niederländer van der Poel, der neben der Straße auch beim Querfeldeinrennen und auf dem Mountainbike unterwegs ist, besiegte seinen belgischen Rivalen van Aert in einer Fotofinish-Entscheidung und feierte seinen wichtigsten Saisonerfolg.

"Ich bin sprachlos. Ich wusste nicht ob ich gewonnen hatte. Normal weiß ich das immer. Aber ich war so kaputt. Durch meinen Jump konnte ich nichts sehen", kommentierte van der Poel. "Ich wusste, dass ich den Sprint meines Lebens fahren musste." Das gelang ihm eindrucksvoll. Die beiden Allrounder hatten sich gemeinsam mit Julian Alaphilippe rund 40 Kilometer vor dem Ziel in Oudenaarde abgesetzt.

Da Alaphilippe nach einer Unachtsamkeit auf ein Motorrad auffuhr und ausschied, machte das favorisierte Duo den Sieg in einem elektrisierenden Finale unter sich aus. Der französische Weltmeister fasste sich nach seinem Sturz ans Schlüsselbein und krümmte sich minutenlang auf dem Boden, seine Siegchancen waren dahin. Wie Alaphilippes Team am Abend mitteilte, zog sich der 28-Jährige Brüche an der rechten Hand zu und wird am Montag operiert. Damit dürfte die Saison beendet sein.

Zunächst einmal fortgesetzt wurde trotz zahlreicher Corona-Fälle der Giro d’Italia. Doch nach einem vollgepackten Wochenende mit Einzelzeitfahren und Kletterei in den Dolomiten dürfte der alles entscheidende Tag diesmal der Ruhetag werden. Weitere Corona-Tests stehen auf dem Programm, eine weitere Flut an Infektionen unter den Fahrern könnte der Rundfahrt vorzeitig ein Ende setzen.

Umso mehr dürfte sich der Portugiese Joao Almeida freuen, dass er bei der Berg-Quälerei nach Piancavallo am Sonntag sein Rosa Trikot verteidigt hat. Auf den 185 Kilometern von Base Aerea Rivolto nach Piancavallo wurde Almeida im Schlussanstieg zwar von einem Trio um den Niederländer Wilco Kelderman abgehängt und belegte Tagesplatz vier.

Im Gesamtklassement behält Almeida aber 15 Sekunden Vorsprung auf seinen Widersacher. Den Etappensieg sicherte sich der Brite Tao Geoghegan Hart vom Ineos-Team. Kelderman, der zur kommenden Saison zum deutschen Team Bora-hansgrohe wechselte, wurde Zweiter.

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