... als plötzlich die Verfügung kam

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(dpa). Um 10.08 Uhr war der Spuk vorbei - das Geisterturnier in der Dortmunder Westfalenhalle wurde am Ende doch noch abgebrochen. Bis zum Sonntagmorgen war die Drei-Sterne-Veranstaltung ein Kuriosum der besonderen Art: das einzige internationale Event des olympischen Sports, das trotz der Ausbreitung des Coronavirus am Wochenende in Deutschland stattfand.

Die Nachwuchs-Dressurreiterin Sophie Dammeyer war die letzte Siegerin der viertägigen Veranstaltung, ehe der Veranstalter den Abbruch verkünden musste. Kurz nach zehn war die Verfügung der Stadt Dortmund eingetroffen. "Der Aufforderung der Behörden leisten wir selbstverständlich Folge, so wie wir auch die Auflagen der Ämter in den vergangenen Tagen umgesetzt haben", sagte Veranstalter Kaspar Funke.

"Es ist ein Trauerspiel, aber es geht nicht anders", kommentierte die sechsmalige Olympiasiegerin Isabell Werth. Die erfolgreichste Reiterin der Welt war zunächst nach s’Hertogenbosch gereist, um dort die Weltcup-Prüfung zu reiten. Nach der Absage in den Niederlanden fuhr Werth nach Dortmund und ritt dort. "Ich habe das vor allem für den Veranstalter gemacht, um ihm den Rücken zu stärken", erklärte die 50 Jahre alte Dressurreiterin: "So ein Turnier ist ja ein wahnsinniges Investment. Da geht es um Schadenbegrenzung."

Turnierorganisator Funke erklärte: "Eine Absage hätte uns rund 600 000 Euro gekostet. Mit der Möglichkeit, unter Auflagen das Turnier durchzuführen, ist der Verlust zumindest verringert." Der Veranstalter konnte das Turnier durchführen, weil er den Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW berücksichtigt hatte. Demnach waren nur Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt.

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