Plötzlich ein Topspiel

(sid). Auf den Social-Media-Kanälen des SC Freiburg laufen die Szenen vom 3. November 2018 derzeit rauf und runter. Als »Gefühlsexplosion« betiteln die Breisgauer das Video vom 1:1 vor drei Jahren bei Bayern München. Ähnliche Emotionen soll es auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geben, wenn der Dritte bei einer der überraschendsten Top-Paarungen in der jüngeren Geschichte der Fußball-Bundesliga beim Ersten antritt.

»Das ist grundsätzlich angenehm«, kommentierte Erfolgstrainer Christian Streich völlig entspannt die Möglichkeit, bei seinem 300. Erstliga-Spiel an der Seitenlinie nach Punkten mit den Bayern gleichzuziehen: »Unsere derzeitige Situation führt schon zu einer gewissen Gelassenheit. Die Mannschaft präsentiert sich sehr stabil und sehr hungrig. Es ist schon super, dass wir mit dieser Form der Leichtigkeit nach München fahren können.«

Die überragende Form der einzig noch ungeschlagenen Mannschaft im deutschen Profifußball spiegelt sich auch in diversen Statistiken wider. Der SC ist mit 13 Punkten aus den zurückliegenden fünf Partien das beste Team in dieser Phase. Nur sieben Gegentore an den ersten zehn Spieltagen sind der Topwert der Liga. Der Vorsprung auf einen Platz außerhalb der Champions League beträgt bereits sechs Punkte. All das führt dazu, dass die Fans bereits von der Königsklasse träumen.

Die Profis wollen davon aber (noch) nichts wissen. »Wenn wir jetzt schon anfangen zu träumen - ich glaube, das geht einfach nach hinten los«, sagte Außenverteidiger Lukas Kübler im »kicker«: »Unsere Denkweise ist bescheiden, aber gut, weil sie uns hilft, weiter so zu spielen und nicht rumzuspinnen.« Spinnereien sind ohnehin nicht der Grund für den Höhenflug. Vielmehr ist es die konstante Arbeit, die belohnt wird. Dass der dienstälteste Trainer, der von vielen Experten auch als bester Coach der Liga gesehen wird, den Großteil seiner Mannschaft schon seit Jahren unter seinen Fittichen hat und im Sommer nicht den sonst gewohnten Umbruch verkraften musste, zahlt sich nun aus.

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