Real-Trainer Zinedine Zidane droht die vorzeitige Entlassung.		FOTO: DPA
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Real-Trainer Zinedine Zidane droht die vorzeitige Entlassung. FOTO: DPA

Pleite beim Drittligisten

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(sid). Seine Pokalblamage mit Real Madrid beim Drittligisten CD Alcoyano traf Zinedine Zidane bis ins Mark, aber der Startrainer zwang sich zu gespielter Gelassenheit. »Solche Niederlagen passieren im Fußball. Wenn man verliert, wird immer geredet«, sagte der 48-Jährige und übernahm die Verantwortung: »Ich bin der Coach. Die Spieler haben es versucht, aber wir sind raus.«

Dürre Worte für eine Sensation, gegen die das Pokal-Aus von Bayern München in der vergangenen Woche bei Holstein Kiel nur ein unerwarteter Ausrutscher war. Denn der Verein aus einer Kleinstadt zwischen Valencia und Alicante ist ein absoluter Nobody im spanischen Fußball. Aber ihm gelang das Kunststück, in Unterzahl in der Verlängerung den entscheidenden Treffer zum 2:1 (1:1, 0:1)-Sieg gegen den haushohen Favoriten zu erzielen.

Zidane vertraute gegen den krassen Außenseiter auf ein B-Team - und wurde bitter enttäuscht. Toni Kroos kam erst nach 98 Minuten auf das Spielfeld, weitere Stars wie Karim Benzema und Eden Hazard mussten bis weit in die zweite Halbzeit hinein auf eine Einwechslung warten. »Es war meine Entscheidung«, sagte Zidane knapp.

Entsprechend kritisch arbeiteten sich die spanischen Zeitungen an dem Desaster der Königlichen ab. »Wenn Zidane aus dieser Situation unbeschadet herauskäme, wäre es ein Wunder«, urteilte »Marca«, Konkurrent »AS« titelte: »Zidane hängt völlig in der Luft.«

Denn die Pleite von Alcoy verlängerte nur die aktuelle Misserfolgsserie der Madrilenen. Nur eine der zurückliegenden fünf Begegnungen konnte Real gewinnen.

Eine vorzeitige Trennung zum Saisonende ist für viele Beobachter schon jetzt weitgehend beschlossene Sache. Und sollte der Weltmeister von 1998 am Samstag (21 Uhr/DAZN) auch in der Liga beim Abstiegskandidaten Deportivo Alaves verlieren, müsste der Franzose wohl umgehend seinen Trainerstuhl räumen.

Denn der Hauptstadtklub hat mittlerweile nur noch zwei Titelchancen, um seine Saison einigermaßen zu retten. In der Liga ist Tabellenführer Atletico immerhin noch in Schlagdistanz, im Achtelfinale der Champions League Atalanta Bergamo keine unüberwindliche Hürde.

Aber eine Garantie auf Weiterbeschäftigung wäre selbst ein Triumph in der Königsklasse nicht. Diese Erfahrung musste bei Real Jupp Heynckes machen, der 1998 das Finale in Amsterdam gegen Juventus Turin mit 1:0 gewann - und trotzdem gehen musste. Beim italienischen Rekordmeister stand »Zizou« seinerzeit der Startformation, er wird sich erinnern.

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