imago1001370888h_290421_4c
+
Für Handball-Bundestrainer Alfred Gislason (2. v. l.) beginnt die Selektion für Tokio.

Olympia-Casting der Handballer

Das Olympia-Casting der deutschen Handballer von Alfred Gislason startet mit einem Blitztrip nach Bosnien-Herzegowina. Die Sicherheitsmaßnahmen dabei sind enorm.

Schnell hin, kurz spielen, und sofort zurück - Alfred Gislasons Plan für den 15-stündigen Blitztrip nach Bosnien und Herzegowina basiert auf höchster Vorsicht. Beim Auftakt seines Olympia-Castings will der Bundestrainer der deutschen Handballer bloß keine unnötigen Corona-Risiken eingehen. Zugleich hofft der Isländer auf wertvolle Erkenntnisse für sein kniffliges Personalpuzzle.

»Wir haben viel Qualität, das ist schön. Aber jeder weiß, dass nicht alle mit nach Tokio kommen können. Natürlich will sich jeder zeigen«, sagte Gislason einen Tag vor dem EM-Qualifikationsspiel am Donnerstag (16.10 Uhr/ARD) - einem Pflichtspiel, das ganz im Zeichen der Olympischen Spiele stehen wird.

Die Teilnahme an der Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei hat das DHB-Team bereits sicher. Sowohl das Spiel in Bugojno als auch die Partie gegen Estland am Sonntag in Stuttgart dienen für Gislasons Wackelkandidaten somit als Chance, um in der Gunst ihres Trainers zu steigen. Vor der Nominierung im Juli wird es nur noch einen weiteren Lehrgang mit voraussichtlich zwei Länderspielen geben.

Fragezeichen hinter Kohlbacher

Sicher ist: Es wird einige Härtefälle im deutschen Team geben. Gerade einmal 14 Profis kann der Deutsche Handballbund (DHB) in seinen Tokio-Kader berufen. Hinzukommen insgesamt drei weitere Ersatzspieler, die außerhalb des olympischen Dorfs untergebracht sein werden. »Es ist eine sehr positive Konkurrenz im Team zu spüren«, sagte Gislason, dessen »Gerüst« für das Weltevent in der japanischen Hauptstadt vom 23. Juli bis 8. August bereits steht. Leistungsträger wie Kreisläufer Patrick Wiencek oder Torhüter Andreas Wolff haben ihr Ticket praktisch sicher,

Fragezeichen stehen dagegen hinter prominenten Namen wie Jannik Kohlbacher, Finn Lemke oder Rückkehrer Rune Dahmke - alle drei immerhin Europameister von 2016.

Von dem Trio dürfen sich in Bosnien nur Lemke und Dahmke zeigen, Gislason musste seinen Kader auf 16 Spieler reduzieren. Neben Kohlbacher bleiben auch dessen Kreisläufer-Kollege Sebastian Firnhaber, Torhüter Silvio Heinevetter, Rechtsaußen Tobias Reichmann sowie Rückraumspieler Fabian Böhm in Deutschland. Alle fünf Spieler sollen dann in Stuttgart ihre Chance kriegen.

Der Rest des Teams steigt am Donnerstagmorgen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der Flieger. Per Charterflug geht es morgens um 9 Uhr aus Frankfurt los in Richtung Sarajevo, nach zweistündiger Busfahrt folgt am Nachmittag das Spiel. Unmittelbar im Anschluss erfolgt auf demselben Weg die Rückreise nach Deutschland. Weit nach Mitternacht soll das Team im Teamquartier in Stuttgart eintreffen.

Das DHB-Team verpflegt sich auf der Reise selbst und bewegt sich in seiner eigenen Blase, um höchste Sicherheit zu gewährleisten. Nach den Hinspielen gegen Bosnien und in Estland waren im November vier Corona-Fälle im deutschen Team aufgetreten, dies wiederum führte zu Spielverlegungen in der Bundesliga.

Das soll nun unter allen Umständen vermieden werden, anderenfalls droht der HBL weiteres Terminchaos. Dies wäre auch nicht in Gislasons Sinne. »Hoffentlich haben wir diesmal Glück und kein Spieler infiziert sich«, sagte der 61-Jährige.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare