Das Olympia-Abenteuer beginnt

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Zum Start in das Abenteuer Olympia gab es für die deutschen Kletter-Hoffnungen Sushi, eine lustige Zeichenstunde und Training auf ungeliebtem Terrain. Gut eineinhalb Jahre vor der Sommerspiel-Premiere der Sportart in Tokio 2020 hat der Deutsche Alpenverein seine Truppe für die schwere Qualifikation beisammen. "Es steht noch unglaublich viel Arbeit vor uns", sagte Bundestrainer Urs Stöcker, als er die sechs Athleten seines Fokusteams vorstellte.

Zum Start in das Abenteuer Olympia gab es für die deutschen Kletter-Hoffnungen Sushi, eine lustige Zeichenstunde und Training auf ungeliebtem Terrain. Gut eineinhalb Jahre vor der Sommerspiel-Premiere der Sportart in Tokio 2020 hat der Deutsche Alpenverein seine Truppe für die schwere Qualifikation beisammen. "Es steht noch unglaublich viel Arbeit vor uns", sagte Bundestrainer Urs Stöcker, als er die sechs Athleten seines Fokusteams vorstellte.

Für die ganze Kletterszene ist Olympia Neuland, das in Tokio geplante Wettkampfformat etwa wurde im Vorjahr erstmals bei der WM getestet. Dem Zufall überlassen will Stöcker aber nichts, dafür ist der Schweizer zu akribisch: Er engagierte Kai Engbert als Mentalcoach. Der hatte die deutschen Skispringerinnen in einer ähnlichen Situation zu Olympia 2014 nach Sotschi gebracht – wo Carina Vogt Gold gewann.

An Medaillen denkt freilich noch niemand im Team – zunächst gilt es, das olympische Motto "Dabeisein ist alles" in die Tat umzusetzen. Nur 20 Männer und 20 Frauen dürfen in Japan im August 2020 um den ersten Olympiasieg klettern – sieben holen sich bei der WM in diesem Jahr ihr Ticket, sechs bei einem danach folgenden Quali-Turnier. Der Rest der Startplätze wird bei Kontinentalmeisterschaften vergeben.

Nur zwei Athleten pro Nation und Geschlecht können zu den Spielen, in Deutschland sind Jan Hojer aus Köln und der Erlanger Alexander Megos die Favoriten. "Meine Chance ist nicht unrealistisch", sagte Megos. Der 25-Jährige nahm die erste Hürde bereits, indem er sich überhaupt für den Olympia-Versuch entschied. Als einer der weltbesten Felskletterer überlegte Megos lange, ob er seine Outdoor-Projekte für Olympia aufschieben mag. "Ich habe mir gesagt, dass ich es versuchen möchte, weil es eine große Chance für mich darstellt", meinte er. Der Franke hatte nach etlichen Jahren ohne Wettkämpfe 2018 erstmals wieder an Weltcups teilgenommen und bei der WM in Innsbruck prompt Bronze in der Teildisziplin Lead-, also Seilklettern gewonnen. Doch genau darin lag die Krux: Weil in Tokio nur in einem neu eingeführten Dreier-Kombinationsformat aus Lead, Bouldern und Speed geklettert wird, musste Megos lange grübeln. Speedklettern ist für die Techniker ein Graus, "die meisten sehen das als notwendiges Übel", sagte Megos.

Aber weil es eben notwendig ist, wurde gleich am ersten gemeinsamen Trainingstag des Fokusteams eine Speed-Einheit unter der Leitung des früheren Weltmeisters Danilo Boldirew aus der Ukraine angesetzt. Hojer, der als WM-Dritter im Kombi-Format mit guten Aussichten in Richtung Olympia schauen kann, fehlte bei dem Training angeschlagen ebenso wie David Firnenburg. Neben den beiden und Megos gehören noch Yannick Flohé sowie Alma Bestvater und Hannah Meul zum Kader.

Die sechs sollen ein richtiges Team werden und sich pushen. Zur Einstimmung auf die Reise nach Japan, wo vor Olympia in diesem Jahr schon die Weltmeisterschaft ansteht, wurde gemeinsam Sushi gerollt. Zudem mussten sich die Sportler gegenseitig im Manga-Stil zeichnen. "Wir sind voll motiviert, jetzt kommt es darauf an", sagte Meul.

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