Sonst frenetisch bejubelt, muss Filip Kostic die Ecke vor leeren Rängen in den Strafraum bringen. FOTO: DPA
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Sonst frenetisch bejubelt, muss Filip Kostic die Ecke vor leeren Rängen in den Strafraum bringen. FOTO: DPA

Ohne Fans kein Spektakel

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Für die Frankfurter war es ein bitterer Fußball-Abend. Keine Zuschauer in der Arena und eine klare Europa-League-Pleite. Sollte das Rückspiel stattfinden, wird in Frankfurt gespielt.

Für die beste Unterhaltung, zumindest weit oben auf der Tribüne, sorgte an diesem tristen Abend im Frankfurter Stadtwald das HR-Reporterurgestein Dirk Schmitt, der damals schon vorm Mikro saß, 1999, als die Eintracht dank des Übersteigers eines gewissen Jan-Aage Fjörtoft das Wunder gegen Kaiserslautern vollbrachte.

Am Donnerstagabend verlieh er dem Geister-Hinspiel im Europa-League-Achtelfinale zwischen der Eintracht und dem FC Basel eine eigene Note, die zwar nichts am für die Eintracht desillusionierenden Ergebnis von 0:3 (0:1) änderte, aber doch ganz ulkig war, weil er mit seiner voluminösen Stimme nicht inmitten eines pulsierenden Tollhauses kommentierte, sondern quasi mitten im Nichts saß, oben auf der Pressetribüne.

Unten auf dem Rasen versuchten die Frankfurter Fußballprofis händeringend und fast schon verzweifelt, einen halbwegs normalen Auftritt hinzulegen. Das fiel ihnen erwartungsgemäß schwer, zum einen, weil aufgrund des Coronavirus keine Zuschauer im Stadion zugelassen waren und zuweilen eine eisige, traurige, gespenstische Atmosphäre herrschte, und zum anderen, weil es in diesen aufgeregten Tagen sehr viel Wichtigeres gibt, als den Ball beim Kontrahenten ins Tor zu schießen.

Das nackte Ergebnis von 0:3 war denn zwar nicht ganz unwichtig, aber doch zweitrangig, es ist ja nicht sonderlich wahrscheinlich, dass der Wettbewerb einfach so fortgesetzt wird, während die Normalität im Alltag längst außer Kraft gesetzt ist.

Trotzdem, rein sportlich betrachtet, war das Spiel und das Resultat aus Sicht der Hessen höchst ernüchternd. Der Einzug ins Viertelfinale, so es denn ausgespielt würde, ist somit so gut wie verspielt. Die magischen Nächte gehören in Frankfurt, so oder so, erst einmal der Vergangenheit an. "Wir haben zwar ordentlich gespielt - letztlich hat uns aber die Durchschlagskraft gefehlt. Wir haben viele schlechte Entscheidungen getroffen. Es wird unheimlich schwer im Rückspiel. Das ist klar", betonte Sportdirektor Bruno Hübner. "Für unser Spiel am Sonntag gegen Gladbach hat uns das heute geholfen, um die richtige Einstellung zu finden und mit dieser seltsamen Atmosphäre klarzukommen." Diese Partie zeigte einmal mehr, wie sehr die Frankfurter in dieser Saison auf ihre frenetischen Fans angewiesen sind - ohne den Anhang im Rücken fehlt der Mannschaft eine große Dosis Adrenalin und Leidenschaft, da ist sie deutlich schwächer und anfälliger als sonst. Irgendwie sollte sie sich mal damit anfreunden, einem Opponenten ohne Motivationsschub von außen zu begegnen.

Das Rückspiel wird übrigens in einer Woche erneut in Frankfurt ausgetragen, darauf einigten sich die Vertreter aus Basel und Frankfurt am Donnerstag. Dann wird erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt - wenn die Partie, wie erwähnt, denn überhaupt angepfiffen wird, wonach es nicht aussieht.

Im ersten Abschnitt gab es genau einen halbwegs gefährlichen Torschuss, Sebastian Rode setzte den Ball einen knappen Meter neben den Pfosten (8.). Das war es mit der Frankfurter Herrlichkeit. Die Gäste, nur Dritter in der Schweiz, waren nicht besser, aber effizienter. Samuele Campo verwandelte einen Freistoß zum 0:1 (27.). Frankfurts André Silva schoss derweil drüber (52.), ehe Almamy Touré einmal die Latte traf (65.) und einmal mit links an Keeper Jonas Omlin scheiterte (66.). Der eingewechselte Kevin Bua schloss einen Konter mit dem 0:2 für Basel ab (73.), Frei machte den Deckel drauf (85.).

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