Trainer Pal Dardai (Mitte) und sein Co Andreas Neuendorf (l.) sollen die Hertha wieder in Schwung bringen. Allerdings wartet heute mit der gastgebenden Eintracht eine schwere Aufgabe auf das neue Duo aus der Hauptstadt. FOTO: DPA
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Trainer Pal Dardai (Mitte) und sein Co Andreas Neuendorf (l.) sollen die Hertha wieder in Schwung bringen. Allerdings wartet heute mit der gastgebenden Eintracht eine schwere Aufgabe auf das neue Duo aus der Hauptstadt. FOTO: DPA

Offensiv gegen die Eintracht?

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Pal Dardai steht vor dem ersten Spiel nach seiner Rückkehr als Trainer von Hertha BSC. Die Auswärtspartie bei der formstarken Frankfurter Eintracht markiert den Auftakt schwieriger Wochen - und Dardai muss sofort liefern.

Pal Dardai will den Umschwung bei Hertha BSC mit aller Macht, und bei seiner Rückkehr soll das auch jeder sehen. Ein offensives Spektakel plant der neue Trainer des strauchelnden Hauptstadt-Klubs gegen die starke Frankfurter Eintracht, um die Wende geräuschvoll einzuläuten.

"Da gehen wir mit offenem Umschaltspiel rein - und dann machen wir ein 5:4 oder 6:5. Warum nicht?", sagte er vor dem Auswärtsspiel am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky): "Frankfurt macht viele Tore. Damals in der Trainerschule haben sie gesagt: Schießt ein Tor mehr. Und mit diesem Motto gehen wir nach Frankfurt."

Markige Worte des Ungarn, die an seine Vorstellung vom vergangenen Dienstag erinnern. Der 44-Jährige will aus dem Tief heraus, das für die Berliner aktuell Tabellenplatz 14 und nur 17 Punkte bedeutet. Der Schlüssel dafür, so betonte er am Donnerstag, liegt für ihn in der Offensive. Mit Krzysztof Piatek, Matheus Cunha, Dodi Lukebakio und Co. habe der Klub reichlich Sturm-Power im Kader. Das Potenzial nutzbar zu machen, ist eines seiner Ziele, deshalb wolle er in Frankfurt "mit vielen Angreifern" spielen.

Denn nur eines der acht vergangenen Spiele gewann die Hertha, daher mussten Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz am Sonntag gehen. Dardai, schon von 2015 bis 2019 Cheftrainer, wurde als Klubikone geholt, die den Umschwung schaffen soll. Sein Saisonziel formulierte er jedoch erst einmal defensiv. "Wenn die Mannschaft erst mal noch 20 Punkte holt - Respekt. Das ist schon mal gut. Natürlich will ich mehr", sagte der Ungarn.

Möglicherweise auch aus eigenem Interesse. Dardais Vertrag läuft bis 2022. Der kicker berichtete, dass ein Verbleib des 44-Jährigen über den Sommer hinaus an das Erreichen einer bestimmten Punktequote gebunden sei. Sportdirektor Arne Friedrich wollte dies am Donnerstag nicht kommentieren. "Über Vertragsdetails wird jetzt wieder viel spekuliert, aber da werden wir uns nicht zu äußern", sagte er, Dardai sei die "Wunschlösung".

Bei seiner Vorstellung hatte der neue Coach zugegeben, dass er etwas Respekt gehabt habe vor den "20 Alligatoren" im Kader, die schon einige Trainer gefressen hätten. Nach ein paar Trainingstagen sei Dardai aber "zufrieden". Seinen Offensivstar Cunha, der unter Labbadia öfter lustlos aufgefallen war, lobte Dardai gar explizit, forderte ihn aber auch: "Cunha ist ein Genie für unsere Verhältnisse. Aber er muss auch arbeiten."

Zurückkehren könnte in Frankfurt Außenstürmer Dodi Lukebakio, der am vergangenen Wochenende beim 1:4 gegen Werder Bremen wegen schlechter Trainingsleistungen von Labbadia nicht berücksichtigt worden war. "Es wäre keine Überraschung, wenn ich Dodi am Wochenende von Anfang an spielen lasse", sagte Dardai: "Er ist ein Unterschiedsspieler. Bei mir hat er zwei Tage top trainiert."

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