Mesut Özil im Privatjet auf dem Weg in die Türkei.		FOTO: AFP
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Mesut Özil im Privatjet auf dem Weg in die Türkei. FOTO: AFP

Özil als Hoffnungsträger

(sid). Als Mesut Özil lange genug den Fanschal von Fenerbahce Istanbul vor die Linsen der Pressefotografen gehalten hatte, begab sich der Weltmeister von 2014 erst einmal pandemiegerecht in Quarantäne. Zurück blieb die spannende Frage, ob der 32-Jährige nach seiner langen Spielpause beim FC Arsenal überhaupt eine sportliche Verstärkung für den Traditionsklub vom Bosporus sein kann.

Logistisch jedenfalls ist bereits alles für einen erfolgreichen Restart vorbereitet. Nach der sechstägigen Quarantäne wird Özil bei den »Kanarienvögeln« ein gelbes Trikot mit der Rückennummer 67 tragen. Diese Zahl steht für die Provinz Zonguldak am Schwarzen Meer, aus der einst Özils Eltern auswanderten.

Seinen Fitnesszustand jedenfalls schätzte der einstige DFB-Nationalspieler positiv ein. »Ich habe in London immer mit der ersten Mannschaft trainiert. Ja, ich habe lange nicht gespielt, aber körperlich bin ich fit, es gibt kein Problem«, sagte Özil auf dem Flughafen Atatürk im Scheinwerferlicht der TV-Kameras.

Zuvor hatte Özil live im türkischen Fernsehen seinen Wechsel offiziell bestätigt. »Gott gab mir die Chance, das Fenerbahce-Trikot zu tragen«, sagte der einstige Real-Madrid-Star in einer TV-Schalte. »Ich bin sehr glücklich, sehr aufgeregt«, betonte Özil, der zwei Herzen in den Klubfarben Gelb und Blau getwittert hatte. Er werde das Jersey des Klubs »mit Stolz tragen und alles für das Team geben«. Die Fener-Fans hoffen, dass Özil seinen Beitrag leistet, damit nach sieben Jahren Pause wieder die Meisterschaft zum Renommierklub wandert.

Die türkischen Medien überschlugen sich entsprechend vor Begeisterung über den spektakulären Transfer. »Die Fußballmarke Özil ist für Fenerbahce die Erfüllung eines Traums«, titelte »Milliyet«. Und auch beim neuen Arbeitgeber des offensiven Mittelfeldspielers scheint man von einer längerfristigen Zusammenarbeit auszugehen.

Denn nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Vertrag mit dem neuen Hoffnungsträger bis 2024 gültig und mit insgesamt 14 Millionen Euro dotiert sein. Ein immenser Vertrauensvorschuss für Özil, der für den FC Arsenal zuletzt im März vergangenen Jahres in der Premier League aufgelaufen war.

Die Trennung von den Gunners nach siebeneinhalb Jahren in der britischen Hauptstadt ist für Özil aber auch ein privater Neubeginn. Ehefrau Amine Gülse und Töchterchen Eda begleiteten ihn im Privatjet von Fenerbahce-Präsident Ali Koc in die Bosporus-Metropole. In der Süper Lig befindet sich der 19-malige türkische Meister als Tabellenzweiter hinter Besiktas auf Champions-League-Kurs.

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