Trotz Politik-Abfuhr: Rummennige hofft weiter auf eine Fan-Rückkehr. FOTO: DPA
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Trotz Politik-Abfuhr: Rummennige hofft weiter auf eine Fan-Rückkehr. FOTO: DPA

Öffnung in kleinen Schritten

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(dpa). Die Abfuhr der Politik für eine Fan-Rückkehr in die Bundesligastadien zum Saisonstart war deutlich, doch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge will weiter für die Umsetzung der DFL-Pläne kämpfen. "Wir hoffen, dass wir trotz der ersten negativen Reaktion der Politik irgendwann trotzdem wieder mit Zuschauern spielen dürfen, weil Fußball ohne Zuschauer keinen Spaß macht", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters aus München.

Mit dem einhelligen Votum der Gesundheitsminister der Länder, wonach eine Öffnung der Stadien für die Fans bis zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Lage nicht zu befürworten sei, will sich der Bayern-Boss nicht so einfach abfinden. Deshalb brachte Rummenigge umgehend eine Öffnung in kleinen Schritten als möglichen Lösungsansatz ins Spiel: "Vielleicht muss man da am Anfang auch konservativ denken, dass man nicht gleich 25 000 ins Stadion lassen muss." Man könne "ja auch vielleicht langsam einen sogenannten Re-start mit Zuschauern" garantieren.

Auf diese Karte könnte die Deutsche Fußball-Liga um ihren Boss Christian Seifert, der von der vorläufigen Absage aufgrund der zuletzt wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen wenig überrascht gewesen sein dürfte, in den nächsten Wochen setzen. Die Dachorganisation des deutschen Profifußballs übt sich im Politpoker daher weiter in Demut und reagierte äußerst milde auf die vorerst gescheiterte Teilzulassung von Zuschauern bereits ab Mitte September.

"Die DFL hat immer betont, dass die Eindämmung des Coronavirus höchste Priorität haben muss. Sie respektiert daher selbstverständlich die Position der Gesundheitsminis- ter aus Bund und Ländern in der gegenwärtigen Situation", hieß es in einer Mitteilung. "Seitens der DFL gab und gibt es keine Forderungen in Bezug auf den Zeitpunkt der Zulassung oder die Anzahl von Stadionzuschauern."

Das Fanbündnis "Unsere Kurve" äußerte ebenfalls Verständnis für die Position der Politik. "Der Fußball bleibt vorerst weiter entkoppelt von den Fans, aber wir als Fans beanspruchen keine Sonderrolle. Der Gesundheitsschutz hat Vorrang", sagte der 2. Vorsitzende Markus Sotirianos.

Auch Seifert weiß, dass die Umsetzung der Pläne von der Corona-Lage in Deutschland abhängig ist. "Wichtig ist, man muss Vertrauen in den Fußball haben. Und ich glaube, der Fußball in Deutschland hat bewiesen, dass er vertrauensvoll arbeiten kann", sagte Rummenigge dazu. Der Fußball sei in der Lage, "unter den Vorgaben etwas zu gewährleisten, ohne dass es eine Gefahr bedeutet".

Dies sieht auch RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche so. "Klar gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich glaube, dass die DFL ein sehr gutes Konzept vorgelegt hat", sagte er und betonte: "Natürlich ist es wichtig, dass Zuschauer wieder kommen, dass wir auch wieder Einnahmen generieren können, auch wenn es keine vollen Stadien sind."

Trotz des Rückschlags will die Liga ihre Planungen weiter vorantreiben. Die 36 Proficlubs hatten sich in der Vorwoche auf ein Konzept verständigt, das zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästeanhänger vorsieht.

BVB-Profi Thomas Delaney nannte sein Heimatland Dänemark als "kleines Vorbild". "Dort gibt es wieder Spiele mit Zuschauern, manchmal sind es 5000, manchmal 8000. Ich habe mit vielen Spielern geredet, das bedeutet viel. Es kann funktionieren", sagte der Mittelfeldspieler .

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