Thomas Dreßen auf der Kandahar auf dem Weg zum Sieg und später im Ziel. FOTOS: DPA/AFP
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Thomas Dreßen auf der Kandahar auf dem Weg zum Sieg und später im Ziel. FOTOS: DPA/AFP

Nummer eins mit der Nummer eins

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Mit dem Abfahrtssieg auf der Kandahar sorgt Thomas Dreßen in seiner Comeback-Saison erneut für Erstaunen. Viktoria Rebensburg fand dagegen auch auf der Olympiapiste von 2014 nicht zur Bestform, dafür gelang Stefan Luitz ein gutes Rennen.

Thomas Dreßen war ziemlich baff. Als ihn sein Idol Markus Wasmeier nach dem Coup in Garmisch zur Ski-Legende in spe erhob, hinterließ dies beim sonst so coolen 26-Jährigen gehörigen Eindruck. "Er is scho a wilder Hund, er löst mich in allem ab", sagte der populärste deutsche Skirennläufer früherer Tage lächelnd über den neuen König der Kandahar und umarmte Dreßen freundschaftlich. Und Olympiasieger, wie er es geworden sei, das schaffe der beste deutsche Abfahrer schon auch noch irgendwann, meinte Wasmeier.

Dreßens Sieg auf dessen Hausstrecke 28 Jahre nach Wasmeiers Triumph fand DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier "fast kitschig" - und in der Tat verlief dieser Samstag filmreif. Das Wetter hätte nicht besser sein können, die sonst oft verschmähte Startnummer 1 war ein Glücksgriff und der Kitzbühel-Sieger von 2018 erwischte einen Sahnetag. "So ganz checke ich das noch nicht", bekannte Dreßen, der allein vor der Feier mit all den Freunden und Verwandten in seiner Mittenwalder Heimat etwas Bammel hatte. "Das wird richtig teuer für mich", sagte er lachend.

Sein Auftritt stellte an diesem Weltcup-Wochenende alles andere in den Schatten: die neuerlich unbefriedigende Fahrt von Viktoria Rebensburg (Kreuth) beim Super-G in Rosa Chutor ebenso wie die ansprechende Vorstellung von Stefan Luitz (Bolsterlang), der am Sonntag auf der Kandahar im Regen seine beste Riesenslalomleistung in einem bislang weitgehend enttäuschenden Winter zeigte und Platz neun belegte.

Rebensburg schüttelte im Ziel der Olympiapiste von 2014 den Kopf, weil sie wegen eines groben Schnitzers ein besseres Resultat als Rang acht vergeben hatte. "Es ist echt schade, weil es eine sehr gute Fahrt war. Der Fehler war ärgerlich. Es wäre mehr drin gewesen", sagte Rebensburg im ZDF. 0,87 Sekunden fehlten auf die italienische Siegerin Federica Brignone, seit ihrem Sieg im Dezember beim Super-G in Lake Louise schaffte es Rebensburg nicht mehr auf das Podium.

Luitz überzeugte besonders im zweiten Lauf, zwischenzeitlich lag er in Führung. "Das grüne Licht und der Einser haben so gutgetan", sagte der 27-Jährige. Sein Resultat wertete Luitz als "Schritt in die richtige Richtung." Bislang hatte der Allgäuer im Riesenslalom nur Rang 16 in Sölden zu Buche stehen. "Ich bin mehr als zufrieden", betonte er. Beim Sieg des Franzosen Alexis Pinturault rundete Alexander Schmid (Fischen) als 13. das gute deutsche Ergebnis ab.

Dreßens Leistung war umso beeindruckender, weil er sich a) nach wie vor in der Comebacksaison nach einem Knie-Totalschaden befindet und keiner von ihm sofort wieder Siege erwartet hatte und weil b) die "Watschn" von der Streif nur eine Woche zurücklag und er die Kitzbühel-Enttäuschung wegsteckte wie ein Champion. "Ich war zu verkrampft", sagte Dreßen rückblickend - und er bekämpfte diesen Zustand mit einem einfachen wie effektiven Rezept: "Zurück zu den Wurzeln".

Alles nicht so wichtig nehmen, Spaß haben, "das Ganze genießen", darauf besann sich der Lokalmatador und fand sein bestechendes Skigefühl wieder. Und dabei, daran sei erinnert, glänzt sein Talent in einem Aufbauwinter, der ihn erst Stück für Stück wieder an das Top-Niveau heranführen sollte.

Aber Dreßen überholte sich quasi selbst. "Es ist eh bis jetzt schon eine Wahnsinns-Saison gewesen mit dem Sieg und zwei Podiums", sagte er, "dass da jetzt noch ein Sieg dazu kommt ..."

Wenn er denn gesund bleibt, wird Dreßen in den nächsten Jahren wohl weitere große Trophäen einheimsen. Wer daran zweifelt, sollte Wasmeier fragen. "Mit Thomas werden wir noch viel Freude haben, er ist ein richtig Großer", sagte "Wasi" dem "Münchner Merkur".

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