Eiskunstlauf

Norbert Schramm wird 60 Jahre alt

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(sid). Als er in den Jahren 1982 und 1983 Europa- und Vize-weltmeister war, kannten ihn 87 Prozent aller Deutschen. Knapp vier Jahrzehnte später hat sich Norbert Schramm vom Eiskunstlauf weitgehend losgesagt. Am heutigen Dienstag wird er 60 Jahre alt.

"Mir gefällt die Entwicklung nicht. Der Sport ist durch das Wertungssystem, das immer schwerere Sprünge verlangt, hoch technisch geworden", sagte der gebürtige Franke kürzlich im "Sport-Bild"-Interview. Verständlich, denn Schramm war ein Künstler auf dem Eis, ein Harlekin, der das Publikum bezirzte.

Wäre die von ihm gehasste Pflicht ein Jahrzehnt eher abgeschafft worden, der Kufenclown hätte seine beiden WM-Silbermedaillen vergolden können. Seine Karriere endete mit einem Knalleffekt: Wenige Wochen nach seinem neunten Platz bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo fuhr Schramm während der Pflicht einfach vom Eis - und verschwand.

Unberechenbar, oft auch unstet ist das Leben des dreimaligen deutschen Meisters geblieben. Schramm verdingte sich bei einer Eisrevue, verbrachte zwei Jahre in Südamerika und war sich auch für das "Dschungelcamp" nicht zu schade. Zwei Gesichtslähmungen haben leise Spuren in seinem Antlitz hinterlassen.

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