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Yannic Seidenberg

"Noch ein paar Jahre spielen"

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(sid). Eishockey-Nationalspieler Yannic Seidenberg (36) von Red Bull München bestreitet heute sein 1000. DEL-Spiel. Im Interview spricht der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang über Fitness, Verletzungen und seine Zukunft.

Herr Seidenberg, Sie bestreiten am Dienstag Ihr 1000. DEL-Spiel. Welche Bedeutung hat diese Zahl für Sie?

Es sind doch ein paar Spiele zusammen gekommen - trotz einiger Verletzungen. Aber mein Ziel war es eigentlich, nach Nordamerika zu gehen, ich hätte stattdessen lieber weniger DEL-Spiele. Aber es hat nicht sollen sein.

Die DEL schenkt Ihnen zum Jubiläum das Spitzenspiel der Liga in Mannheim.

Ausgerechnet in meiner alten Heimat, wo alles begonnen hat. So schließt sich der Kreis. Zwei meiner drei Kinder sind in Mannheim geboren, ich habe dort viele Freunde. Es ist der schönste Ort - außer München natürlich.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass Sie diese Marke erreichen - bei all den Verletzungen.

Ich hatte alleine sieben Knie-Operationen. Das Gute war, dass ich mich meist in den letzten Spielen der Saison verletzt habe, dann hatte ich den Sommer, um fit zu werden. Aber es war schwierig, immer wieder zurückzukommen.

In manchen Jahren kommen bis zu 100 Spiele zusammen. Wie schafft man das?

Ich habe in den Jahren gelernt, besser damit umzugehen: Sonntagabend nicht feiern, sondern den Körper pflegen, mehr Zeit im Kraftraum verbringen, im Sommer einen Fitnesstrainer engagieren.

Ihr Traum von der NHL hat sich nicht erfüllt. Nach einem Jahr in Nordamerika sind Sie nach Deutschland zurückgekehrt, weil man Sie für zu klein hielt.

Das hat sich danach verändert, es sind kleinere Spieler in die Liga gekommen, die Scouts haben mich beobachtet, und ich wollte wieder rüber. Aber dann kam der Kreuzbandriss im letzten Spiel der WM 2008 in Kanada.

Ihr Bruder Dennis war da schon seit einigen Jahren NHL-Profi. Waren Sie neidisch?

Es war nicht einfach, damit umzugehen. Es war immer mein Ziel, und er hat es von einem Tag auf den anderen geschafft. Ich bin immer wieder auf ihn angesprochen worden und habe mit einem Mentaltrainer alles aufgearbeitet. Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht für ihn gefreut hätte. Oder dass ich mit meinem großen Bruder im Konkurrenzkampf stand.

Dafür war Dennis nicht dabei, als Sie den größten Erfolg des deutschen Eishockeys feierten.

Ja, Olympia-Silber war das Highlight. Der Moment, als wir nach dem Sieg gegen Kanada eine Medaille sicher hatten, die Freude in der Kabine, der Weg ins Olympische Dorf. Das vergisst man nicht.

Mirko Lüdemann ist mit 1199 Spielen DEL-Rekordspieler. Das sind noch drei, vier Jahre für Sie.

Ich fühle mich gut und möchte noch ein paar Jahre spielen. Ich möchte die neue Halle in München erleben. Solange ich meine Leistung bringe und der Verein zufrieden ist, gibt es keinen Grund aufzuhören.

FOTO: DPA

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