Der Mahner: Neven Subotic von Union Berlin schlägt vor dem geplanten Neustart der Bundesliga am Wochenende kritische Töne an. FOTO: DPA
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Der Mahner: Neven Subotic von Union Berlin schlägt vor dem geplanten Neustart der Bundesliga am Wochenende kritische Töne an. FOTO: DPA

Noch Gesprächsbedarf

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(dpa). Angst vor neuen Infektionen, Sorge um die Chancengleichheit und die bange Frage: Wie belastbar ist das Konzept? 48 Stunden vor der geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga will die Deutsche Fußball-Liga die 36 Vereine auf einer Mitgliederversammlung an diesem Donnerstag noch einmal detailliert auf den Notbetrieb in den leeren Stadien einschwören.

Bei der Videokonferenz gibt es einigen Gesprächsbedarf, denn nach den zwei positiven Corona-Tests beim Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden und der daraufhin vom zuständigen Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne für das gesamte Team gleicht der Saisonneustart einem Tanz auf dem Hochseil. Nicht nur Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl glaubt, dass das Konzept der DFL nach wie vor "auf tönernen Füßen" steht.

Zumal die Milliardenbranche nicht auf eine bevorzugte Behandlung bei der Bewertung von möglichen Corona-Fällen hoffen darf. "Kontaktpersonen in Kitas, Schulen, Familien und Betrieben werden ausnahmslos unter Quarantäne gestellt, wenn die Gefahr einer Ansteckung und Weiterverbreitung besteht. Es gibt derzeit keinen Anhaltspunkt, warum der Fußball hiervon eine Ausnahme bilden könnte oder sollte", sagte Dresdens Stadtsprecher Kai Schulz zu den Fällen bei Dynamo. Es gebe "keine Vereinbarung zwischen der DFL und staatlichen Stellen", die eine Abweichung von diesem Grundsatz zuließe.

Sollte es weitere Infektionen geben und die zuständigen Behörden genauso wie in Dresden reagieren, könnte dies den Spielbetrieb schnell zum Erliegen bringen. In der Liga gilt daher das Prinzip Hoffnung. "Mein Gefühl sagt, dass das Ganze dadurch noch nicht wackelt", sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder am Dienstag. Aber auch er weiß: "Es ist wichtig, dass wir am Wochenende anfangen zu spielen."

Seine Bedenken hat indes Profi Neven Subotic noch nicht abgelegt. "Ich bin der Erste, der sagt, ›das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren‹, sollte nachgewiesen werden, dass es Krankenhäusern an Test-Kits fehlt, wenn wir Spieler mehrmals wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden", sagte der Verteidiger des 1. FC Union Berlin am Dienstag dem Nachrichtenportal "t-online.de". Natürlich will er am Sonntag (18 Uhr) auf dem Rasen stehen, wenn es für Union gegen den FC Bayern geht. Doch für den 31-Jährigen gehe in der Corona-Krise alles ein bisschen zu schnell - und Su-botic nimmt als Mahner seine Kollegen in die Pflicht. "Ich wünsche mir, dass mehr Fußballer ihr Verhalten hinterfragen und sich ihrer Rolle in der Zivilgesellschaft bewusst werden."

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