Das war nichts

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So schlecht hat Niko Kovac die Frankfurter Eintracht noch nie in seiner Amtszeit erlebt. Die desaströse Leistung gegen den VfL Wolfsburg ärgert den Frankfurter Trainer mächtig.

In Niko Kovac brodelte es. Nach dem Offenbarungseid beim 0:2 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg ging der Trainer von Eintracht Frankfurt mit seinen Schützlingen ungewohnt hart ins Gericht. "Ich habe heute bei vielen Spielern nicht die Bereitschaft gesehen, alles für den Nebenmann zu geben", prangerte Kovac an. "Es war zu viel Stückwerk, zu viel allein. So habe ich die Mannschaft, seit ich hier bin, noch nie gesehen. Das war von vorne bis hinten nicht das, was ich mir vorstelle, einfach gesagt schlecht."

Rums – das hatte gesessen. Eine Erklärung für das kollektive Versagen hatte Kovac nicht parat. Zumal er vor dem über weite Strecken unansehnlichen Spiel noch davon gesprochen hatte, dass sich jeder Spieler in der Bundesliga-Endphase für das Pokalfinale in drei Wochen gegen Borussia Dortmund empfehlen könne. Diese Botschaft blieb offenbar ungehört. Die Eintracht agierte pomadig, ideenlos, kraftlos. "Es hat den Anschein gemacht, dass hintenraus die Power gefehlt hat", räumte Abwehrspieler Bastian Oczipka ein. Nach den Gegentoren von Daniel Didavi in der 48. Minute und Mario Gomez (63.) war die Luft raus. "Der Gegner musste gar nicht viel dafür machen", stellte Ersatzkapitän Timothy Chandler fest.

Drei Wochen vor dem großen Spiel in Berlin befindet sich die Eintracht körperlich und mental in einem Zustand, der Kovac Sorgen bereiten dürfte. "Wir müssen uns jetzt alle noch einmal zusammenreißen und die nächsten Spiele besser gestalten", forderte Chandler. Das wird auch ein Charaktertest, denn als Tabellenelfter mit 41 Punkten können sich die Frankfurter über die Bundesliga wohl kaum noch für die Europa League qualifizieren. Da liegt es nahe, dass sich alle auf den 27. Mai fokussieren – den Tag des Pokalendspiels. "Wir wollen uns erst auf die Bundesliga konzentrieren, um das Positive für das Finale mitzunehmen", versprach Oczipka. "Eine Niederlage wie heute kann ja absolut nicht der Sinn sein. Das war zuhause einer der schwächsten Auftritte in diesem Jahr. Wir müssen jetzt die Kurve kriegen und in den nächsten beiden Spielen punkten."

Dafür bedarf es einer gehörigen Leistungssteigerung und einer gewissen Coolness beim Abschluss, die den Frankfurtern in drei aussichtsreichen Situationen fehlte. Branimir Hrgota vergab kurz vor dem 0:2 mit einem Kopfball, den VfL-Keeper Koen Casteels parierte, den möglichen Ausgleich. Später trafen Marco Fabian und Haris Seferovic aus jeweils fünf Metern das Tor nicht. Es war der traurige Höhepunkt an einem völlig missratenen Nachmittag vor 49 000 Zuschauern. "Es fällt mir schwer, das zu erklären", sagte Kovac. "Wir werden analysieren, aber das entschuldigt nicht diese Leistung."

Kritik an Bezahlkarten-Anbieter

Unterdessen haben sich die Betreiber der Commerzbank-Arena massiv über Schwierigkeiten mit den Bezahlkarten des Anbieters Payment Solutions bei der Partie Frankfurt gegen Wolfsburg beschwert. "Wir verstehen und teilen die Verärgerung unserer Gäste und Besucher und kritisieren scharf, dass der vom Insolvenzverwalter schriftlich zugesicherte geregelte Betrieb nicht umgesetzt wurde", hieß es in einer Pressemitteilung der Betreibergesellschaft. Payment Solutions droht die Insolvenz. Für das letzte Heimspiel gegen Leipzig soll rechtlich geprüft werden, ob an den Stadionkiosks auch Barzahlung möglich ist und welche Optionen die Fußballfans bei der Rückgabe ihrer Bezahlkarten für das Stadion haben.

Zudem werde geschaut, ob Besitzer der Karten das Restguthaben auch anderweitig nutzen könnten.

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