Der Gladbacher Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach ist in der Liga noch torlos, trifft aber in der Champions League gegen Donezk. FOTO: DPA
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Der Gladbacher Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach ist in der Liga noch torlos, trifft aber in der Champions League gegen Donezk. FOTO: DPA

Nicht überall eitel Sonnenschein

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(sid). Bayern München bedachte den Einzug ins Achtelfinale mit kritischen Untertönen, Borussia Mönchengladbach feierte dagegen seinen Kunstschützen Breel Embolo und den Schritt in Richtung K.-o.-Runde: Bei den beiden Bundesligisten herrschte nach dem vierten Spieltag der Champions League eine höchst unterschiedliche Stimmung. Dabei hatten beide mit klaren Heimsiegen ihr Soll mehr als erfüllt.

Im München lag die gedämpfte Freude vor allem an den vielen Paraden, die "Lebensretter" Manuel Neuer beim 3:1 (1:0) gegen RB Salzburg einmal mehr auspacken musste. Zwar schwärmte auch Trainer Hansi Flick von seinem "Weltklassetorhüter". Neuer aber, betonte Flick sichtlich verärgert, habe "zu viel" zu tun gehabt.

"Man tut halt, was man kann", sagte "Krake" Neuer mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der er zuvor Salzburgs Stürmer hatte verzweifeln lassen. Flick sieht den Kapitän "in der Form seines Lebens", ist mit Neuers Rolle als "Retter vom Dienst" aber alles andere als glücklich. Die anderen hätten den herausragenden Torwart mal wieder viel zu häufig im Stich gelassen. Flick schimpfte über "Leichtsinnigkeit" und "zu viele unnötige Ballverluste, die so nicht passieren dürfen".

Auch der DFB-Kapitän würde sich über weniger Arbeit nicht beschweren. "Wir haben zuletzt zu viele Gegentore bekommen und zu viele Chancen zugelassen", monierte Neuer. Ist das nicht eine beunruhigende Tendenz? "Nein, wieso?", sagte er cool, "wir sind ja überall vorne. Sorgen mache ich mir keine."

Flick schon eher. Gerade gegen früh pressende Gegner, wie sie den Bayern häufiger begegnen, "müssen wir anders auf dem Platz stehen und bereit sein, richtig entgegenzugehen", forderte er und fügte leicht genervt hinzu: "Wir müssen unsere Fehler minimieren, das sind die Themen, die ich schon immer angesprochen habe."

In Mönchengladbach herrschte dagegen nach der zweiten Gala gegen Schachtjor Donezk eitel Sonnenschein. Besonders der Fallrückzieher von Breel Embolo beim 4:0 (3:0)-Sieg sorgte für beste Stimmung. "Die Jungs werden sagen, dass der Treffer typisch für mich ist: Den schwierigsten Ball habe ich reingemacht, die einfacheren nicht", sagte der Schweizer, der zuletzt beste Chancen hatte liegen lassen. Die Neckereien hatte sich Embolo redlich verdient. Auch dank seines Fallrückziehers darf die Borussia mehr denn je vom Achtelfinale der Champions League träumen, entsprechend ausgelassen war die Stimmung. Besonders Embolo flogen nach schwierigen Wochen inklusiver rassistischer Anfeindungen die Sympathien zu.

Doch der wollte viel lieber über die Königsklasse reden. Der Sieg gegen Donezk sei "das Wichtigste", sagte der in der Bundesliga noch torlose Embolo und blickte auf die kommenden Aufgaben gegen Inter Mailand und Real Madrid: "Uns stehen nun noch zwei Spiele bevor."

Im Idealfall reicht schon ein Remis am Dienstag gegen Inter, um erstmals die K.-o.-Runde zu erreichen. Doch der noch fehlende Punkt muss erst einmal geholt werden. "Es ist noch nichts entschieden. Wir haben uns mit acht Punkten eine gute Ausgangsposition geschaffen. Aber wir wissen, was noch auf uns zukommt", sagte Trainer Marco Rose.

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