Nur nicht lockerlassen

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(sid). Die Pause dauerte genau: neun Tage. Und schon ist Bayern München zurück im Hamsterrad. Corona-Tests und ein Cybertraining am Dienstag, die ersten Übungseinheiten auf dem Rasen am Mittwoch, Punktspiel gegen Mainz 05 dann am Sonntag. "Wir werden fleißig weiterarbeiten", hatte Thomas Müller vor dem kurzen Weihnachtsurlaub versprochen, schließlich soll dem Jahr der Superlative ein weiteres folgen.

"Es geht immer weiter", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Hedinz Rummenigge vor dem Jahresabschluss und betonte: "Wir sind jetzt in allen Bereichen weltweit die Nummer eins, und diese Position wollen wir verteidigen und ausbauen. Unsere Spieler werden nicht lockerlassen." Und er selbst, ergänzte Rummenigge, werde das "natürlich auch nicht" in den letzten zwölf Monaten seiner Zeit als Klubchef.

Das Jahr 2020 wiederholen, gar verbessern zu wollen, ist in höchstem Maße ambitioniert. In 48 Pflichtspielen gelangen der Mannschaft von Trainer Hansi Flick 42 Siege, lediglich einmal verloren die Münchner. Im Vereinsmuseum wird der Platz langsam knapp: Meister, Pokalsieger sowie Champions-League-Gewinner, dazu europäischer und deutscher Supercup-Sieger - im Februar soll verspätet noch der Titel bei der Klub-WM folgen. Dazu gab es reihenweise persönliche Auszeichnungen,

Von Sonntag bis zum 29. Mai (Endspiel Champions League) könnten die Münchner neben den 21 Spielen in der Bundesliga und den zweien bei der Klub-WM auf fünf Partien im DFB-Pokal, sieben in der Champions League und drei für ihre jeweiligen Nationalmannschaften kommen. Um die Belastung weiter gut steuern zu können, würde Flick gerne auch auf vier Spieler setzen, die sehr spät verpflichtet wurden: Douglas Costa, Eric Maxim Choupo-Moting, Marc Roca und Bourna Sarr. Sie alle offenbarten Nachholbedarf hinsichtlich ihres Spielverständnisses und ihrer Fitness, waren aber an den freien Tagen fleißig.

Bereits im letzten Bundesliga-Spiel vor der kurzen Pause hatte Flick freilich eine Option mehr für seine Mannschaft: Joshua Kimmich gab ein Comeback nach seiner Knieverletzung - und war beim 2:1 bei Bayer Leverkusen gleich der mitentscheidende Mann. Bei der Verwirklichung der großen Pläne scheint der ehrgeizige Nationalspieler unverzichtbar. "Kimmich", sagt Flick, "ist auf dem besten Weg, ein Spieler zu sein, der diesen Verein prägt."

Bereits über Jahrzehnte geprägt hat den FC Bayern Rummenigge, der am Jahresende Platz machen wird für Oliver Kahn. Für die verbleibenden zwölf Monate hat er klare Vorstellungen: "Ich möchte auch 2021 wieder alles erreichen." Das dürfte eher auf die Mannschaft projiziert sein, doch da muss sich Rummenigge angeblich keine Gedanken machen. "Hansi", sagte Oliver Kahn neulich über Flick, "ist noch nicht fertig mit der Entwicklung der Mannschaft."

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