Mal nicht an den Beruf denken

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Luka Jovic düst mit einem Motorschlitten durch seine verschneite serbische Heimat. Nicolai Müller faulenzt gemeinsam mit seiner Familie und dem ehemaligen Hamburger Weggefährten und heutigen Mainzer Torhüter Rene Adler am Strand von Abu Dhabi. Kevin Trapp besucht seine Verlobte, Topmodel Izabel Goulart, in ihrer brasilianischen Heimat und schickt bildliche Weihnachtsgrüße in die weite Welt des Internets hinaus. Wohlgemerkt: Er nur mit Badeshorts und roter Zipfelmütze bekleidet, sie gar mit weitaus weniger Stoff.

Luka Jovic düst mit einem Motorschlitten durch seine verschneite serbische Heimat. Nicolai Müller faulenzt gemeinsam mit seiner Familie und dem ehemaligen Hamburger Weggefährten und heutigen Mainzer Torhüter Rene Adler am Strand von Abu Dhabi. Kevin Trapp besucht seine Verlobte, Topmodel Izabel Goulart, in ihrer brasilianischen Heimat und schickt bildliche Weihnachtsgrüße in die weite Welt des Internets hinaus. Wohlgemerkt: Er nur mit Badeshorts und roter Zipfelmütze bekleidet, sie gar mit weitaus weniger Stoff.

Was das alles mit Fußball zu tun hat? Nun ja, ehrlicherweise nicht besonders viel. Es zeigt aber sehr wohl, was dieser Tage wichtig ist für die Berufskicker von Eintracht Frankfurt. Eben einfach mal nicht an ihren Beruf zu denken, den Körper mal ein paar Tage nicht zu schinden, Kraft zu sammeln nach 25 Pflichtspielen in der ersten Saisonhälfte für eine möglichst erfolgreiche zweite. Allzu viel Zeit bleibt den Profis dafür nicht. Gerade mal elf Tage liegen zwischen der vorweihnachtlichen Niederlage gegen den FC Bayern und dem neuerlichen Trainingsauftakt heute in einer Woche.

Trainer Adi Hütter ist sich durchaus bewusst, dass diese kurze Pause Probleme mit sich bringen kann. Vor allem für eine vorher stark beanspruchte Mannschaft wie die seine. "Ich bin gespannt darauf, wie mir das gelingen wird", hatte er nach dem Bayern-Spiel gesagt und damit durchblicken lassen, die Trainingsinhalte doch in argen Grenzen halten zu müssen. Richtig ranklotzen, das ist klar, kann der 48-Jährige in den 16 Tagen bis zum Rückrundenauftakt am 19. Januar gegen den SC Freiburg nicht.

Zumal den Frankfurtern ein netter Winterausflug in die Wärme bevorsteht, das Trainingslager in Florida. Die Hessen machen sich am 4. Januar auf den Weg nach Tampa, wechseln zwischendurch mal schnell das Quartier, ziehen nach Orlando um, und treten schließlich am 13. Januar die Heimreise an – viel Strecke in wenig Zeit, das wird nicht leicht zu managen sein für den Anführer der Frankfurter Reisegruppe, für Trainer Hütter.

Klar, angenehm warm ist es im südlichsten Staat der USA, sicher auch abwechslungsreicher als im Frankfurter Stadtwald. Einerseits. Andererseits müssen die weiten Flüge, der damit verbundene Jetlag, auch die relativ späte Rückkehr nur sechs Tage vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Freiburg angeführt werden. Die diversen PR-Effekte mal ausgeklammert, hätte es rein sportlich betrachtet wohl auch andere passable Reiseziele gegeben. Nun ja, Trainer Hütter nimmt es, wie es kommt.

Gerade für neues oder zuletzt länger verletztes Personal wird es schwierig, sich in dieser kurzen Spanne zu akklimatisieren. Sebastian Rode etwa, dessen Verpflichtung kurz vor dem Abschluss steht, kennt zwar die Gegebenheiten in Frankfurt aus vergangenen Tagen, einen Spielrhythmus aber hat der 28-Jährige nicht. Jede Trainingseinheit wird ihm helfen, deshalb soll der Noch-Dortmunder freilich mit im Frankfurter Florida-Flieger sitzen. Das gilt auch für die Rekonvaleszenten Goncalo Paciencia und Timothy Chandler. Beide absolvierten noch keine Bundesligapartie in dieser Saison, drehten zuletzt immerhin schon ihre Runden um den Trainingsplatz.

Behutsamer Aufbau bei Chandler

Während dieser Schritt der Wiedereingliederung bei Stürmer Paciencia kurz bevorstehen soll, muss vor allem Chandler äußerst behutsam aufgebaut werden. Nach seinem Knorpelschaden im rechten Knie, der im August eine Operation unabdinglich gemacht hatte, ist Geduld gefragt. Niemand weiß so genau, wie das Knie bei voller Belastung reagieren wird. Insofern ist es äußerst wahrscheinlich, dass die Frankfurter Kadertüftler, Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner, im Hintergrund den Spielermarkt eifrig sondieren. Denn eine weitere Halbserie mit Danny da Costa als einziger Option für die rechte Seite werden sie eher nicht riskieren. Platz im Kader dürfte es dafür zeitnah geben. Chicho Geraldes und Deji Beyreuther sind schon weg, Stürmer Branimir Hrgota, der vierte Torhüter Felix Wiedwald und Spielmacher Marco Fabian dürfen aus Sicht der Eintracht-Verantwortlichen gerne folgen. An Fabian soll es laut Informationen des mexikanischen Fernsehsenders Azteca Deportes Interesse aus dessen Heimat geben. Demnach will UANL Tigres, aktueller Tabellensechster der mexikanischen Liga, den 29-Jährigen im Winter verpflichten. Daniel Schmitt

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